Was ist Coaching?

Von Elke Pichler

Wir als Coaches sind biased, unsere Einstellung zum Thema Coaching ist subjektiv. Wir sind vom Potenzial der Innenschau und Reflexion überzeugt. Bei MagnoliaTree ist Coaching DAS zentrale Instrument unseres Tuns. Höchste Qualitätsansprüche, laufende Evaluierungen und Weiterbildungen und eine langfristige Zusammenarbeit stehen für uns im Mittelpunkt.

Weil das Angebot auf diesem Feld aber recht unüberschaubar und diffus ist, haben wir uns dazu entschlossen, einen Artikel zur Definition und Abgrenzung von Coaching zu verfassen. Wir wollen eine Orientierungshilfe geben, die allen Coaching-Suchenden dabei helfen soll, sich in diesem Feld zurecht zu finden.

Die Nachfrage nach Coaching steigt. Besonders unter Menschen, die sich mit Herausforderungen in ihrer Aufgabe als Führungskraft konfrontiert sehen. Auch die Zahl der Coaches nimmt zu. Wer auf der Suche nach einem Coach ist, konsultiert oft das Internet.

Doch, wenngleich die Nachfrage steigt und man von diesem hochsensiblen Thema höchste Qualitätsstandards erwartet, ist von einer Professionalisierung der Branche noch zu wenig zu merken. ‚Coach‘ ist kein geschützter Begriff, kein qualifizierender Beruf. Es gibt unzählige Ausbildungsinstitute und Optionen mit einer weiten die Qualität betreffenden. Und genau das macht das Feld der Anbieter so unendlich, wie undurchsichtig.

Wo also beginnen, wenn schon die Definition des Coachings nicht klar ist?

Ist es noch ein Coaching, wenn mehr als zwei Personen involviert sind? Lernt man etwas von Coaches oder nur von Trainer:innen? Wäre eine Supervision nicht sinnvoller? Und was können Menschen eigentlich, die sich Coaches nennen? Oder besser gesagt, was sollten sie mindestens können? Und woran erkenne ich die Qualität eines Coaches?

Der Ursprung des Coaching

Der Begriff Coaching wurde im Spitzensport geprägt: Sportler:innen werden individuell oder in Teams von Coaches betreut und begleitet. Diese Betreuung ist sowohl fachlich als auch psychologisch angelegt, und unterstützt die Sportler:innen dabei, im entscheidenden Moment Höchstleistungen zu erbringen. Die Coaches sind Expert:innen und meist selbst in der entsprechenden Disziplin aktiv (gewesen).

In den 1980er Jahren begannen sich Coachings außerhalb des Spitzensports zu etablieren. Doch erst ca 20 Jahre später wurde daraus ein richtiger Trend und ein signifikanter Anstieg der empirischen Forschung zu diesem Thema entstand . So gab es in den Jahren 2003 bis 2008 im englischen Sprachraum gleich fünf neue Fachzeitschriften zum Thema .

Was versteht die Wissenschaft unter Coaching?

Die Wissenschaft nähert sich dem Thema über unterschiedliche Dimensionen: Siegfried Greif  beschreibt Coaching als eine besondere Form bzw. Methode der personenorientierten Beratung. Die Aufgabe der Coaches ist es, bei der Lösungsfindung oder der Bewältigung diverser Themen zu unterstützen und persönlich zu beraten, dabei aber weniger Lösungen anzubieten, sondern mehr zur eigenen Lösungsfindung. Ziele von Coachings können Problemlösungen oder die Weiterentwicklung von Kompetenzen bzw. Einstellungen sein  Coaching ist auch aus Sicht der Wissenschaft vielfältig und weist eine hohe Heterogenität auf. Es handelt sich um eine individuelle und für die Klient:innen maßgeschneiderte Form der Beratung, die von Coaches an die sich verändernden Bedürfnisse des Gegenübers angepasst wird . Coaching soll immer auf freiwilliger Basis passieren .

In jedem Fall ist Coaching ein Element der positiven Psychologie. Namens-geber der positiven Psychologie war Martin Seligman in seiner Rolle als Präsident der American Psychological Association. Prominent wurde die Strömung der positiven Psychologie durch eine Sonderausgabe des Fachjournals „American Psychologist“ im Jahr 2000.

Das große Ziel der positiven Psychologie ist zu erforschen, wie Menschen zufrieden und erfolgreich leben und welche Interventionen sie dabei unterstützen können. Coaching kann eine dieser Interventionen sein, um die Zufriedenheit zu stärken und Motivation zu steigern .

Welche Mindestanforderungen soll an Coaches gestellt werden?

Die Anforderungen an Coaches haben sich im deutschsprachigen Raum über die letzten Jahre hinweg kaum verändert.

Walter Schwertl  sieht Coaches in mehreren Rollen. Die Person ist Initiator:in, Motivator:in und Taktgeber:in für einen kommunikativen Prozess, deren Aufgabe es ist, Klient:innen zu Handlungserfolg im jeweiligen Kontext zu verhelfen. Dieser Erfolg soll durch von Coaches begleitete intrapersonale Prozesse erreicht werden.

Gerade im Bereich des Executive Coachings sind Coaches in ihrer Funktion als Impulsgeber:innen sehr gefragt. Wichtig ist es, dass sie dabei neutral agieren und stets auf Augenhöhe mit ihren Coachees bleiben.

Im mittleren Management sollen Coaches eher mehr Orientierung und Anleitung zur Selbsthilfe geben.  In allen Bereichen ist für ein erfolgreiches Coaching die Beziehung zwischen Coach und Coachee, die auf Authentizität, Partnerschaft, Vertrauen und Verantwortung beruht, ausschlaggebend.  .

UNSERE CHECKLISTE FÜR ERFOLGREICHES COACHING

Der/Die Coach …

  • … ist bereit zu einem kostenlosen Erstgespräch.
  • … ist transparent über die Ausbildungen und Ausbildungsrichtungen (idealerweise ist ein Coach in unterschiedlichen Richtungen ausgebildet)
  • … hat mehrere Handwerkszeuge. 
  • … bietet Coaching, das mehr als bloße Pediküre und kein Abo, sondern individuell und effektiv ist. Daher sollten keine Paketpreise angeboten werden. Im Voraus ist es schwer abzuschätzen, wie lange der Prozess braucht. Manchmal ist eine Coaching-Session schon genug.
  • … sollte ein jederzeit kündbares Coaching anbieten, da ein tiefer Coachingprozess Vertrauen, Freiheit und Sicherheit braucht. Ist das Verhältnis zum Coach gestört, sollte es keine Verpflichtung geben, den Prozess weiterzumachen. 
  • … gibt Aufschluss darauf, wie er/sie sich auf das Coaching vorbereitet. Wie bereitet er/sie es nach? 
  • … gibt eine schriftliche Vertraulichkeitserklärung.

Welche Themen werden am häufigsten im Rahmen eines Coachings behandelt?

Damit beschäftigt sich die Marburger Coaching-Studie. Bei der letzten Studie 2016/17 wurden die folgenden 5 Themen am häufigsten genannt:

UNSERE WEGE ZUR GEEIGNETEN METHODE

Wir sehen es als unsere Aufgabe gemeinsam mit unserem Gegenüber eine Methode zu finden, die im jeweiligen Moment und für die konkrete Fragestellung am effektivsten ist. Dabei haben wir immer das gewünschte Ziel vor Augen. Geht es darum die Lebensqualität zu steigern, entscheiden wir uns häufig für Coaching. Bei der Steigerung der Arbeitsqualität setzen wir auf Supervision, geht es um reine Wissensvermittlung geht, nutzen wir Training als Methode.

Von MagnoliaTree konzipierte und durchgeführte Workshops sind nie nur Training bzw. bloße Wissensvermittlung. Es gibt kein fix fertiges Seminarkonzept, das wir schnell aus der Schublade ziehen und unzählige Male reproduzieren. Vielmehr geht es uns darum, bestehendes Wissen durch soziales Lernen unter Berücksichtigung der Gruppendynamik zu nutzen und zu teilen. Aus unserer Erfahrung ist es nachhaltig und langfristig erfolreicher von- und miteinander zu lernen, anstatt in kurzer Zeit mit einer Fülle von theoretischem Wissen überladen zu werden. Wir sehen uns als Impuls:geberinnen und Rahmenschaffer:innen für würdevolle Veränderungsprozesse, bei denen man in ein Spüren kommt und Wissen nicht nur geborgt, sondern vor allem eine felt und lived experience ist.

Alle Interventionen müssen für uns das Herz berühren. Sie müssen erlebt werden. Sie müssen die Lebensqualität erhöhen. Jetzt und in Zukunft.

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