Die LEGO® SERIOUS PLAY® Methode

Im Jänner 2023 hatten wir von MagnoliaTree ein besonderes Team-Meeting. Wir haben größtenteils mit Lego® gespielt. Das mögen Sie jetzt vielleicht unpassend oder kindisch finden. Wir nicht. Denn wir haben damit an unserer Ausrichtung, unseren Stärken und Schwächen als Team und vor allem an unserer Vision für das Jahr gearbeitet.

Im Vorjahr hat unsere Mitarbeiterin Elke Pichler die Ausbildung zur Lego® Serious Play®-Trainerin gemacht und uns im Rahmen unseres Meetings begleitet. Die Methode ist nicht nur lustig, sie bringt interessante Erkenntnisse, auf die man wunderbar aufbauen kann.

Was ist die LEGO® SERIOUS PLAY® Methode?

Ziel der Lego® Serious Play® Methode ist es, „Lean-Backward-Meetings“ in „Lean-Forward-Meetings“ zu verwandeln, die zu mehr Beteiligung, mehr Erkenntnissen und letztlich zu mehr Engagement und schnellerer Umsetzung führen.

Die Methode ist eine moderierte Denk-, Kommunikations- und Problemlösungsmethode für Organisationen, Teams und Einzelpersonen. Sie stützt sich auf umfangreiche Forschungsergebnisse aus den Bereichen Wirtschaft, Organisationsentwicklung, Psychologie und Lernen und basiert auf dem Konzept des „Handwissens“. Damit ist sie viel mehr als eine bloße Spielerei.

Die Grundlagen der Methode

Um die Lego® Serious Play® Methode bessser zu verstehen, gilt es die Grundlagen der Methode zu kennen.

  • Führungskräfte haben nicht auf alles eine Antwort.
  • Der Erfolg von Führungskräften basiert darauf, dass die Stimmen aller Mitarbeiter:innen gehört werden.
  • Menschen wollen von Natur aus einen Beitrag leisten, Teil von etwas Größerem sein und Verantwortung übernehmen
  • Allzu oft arbeiten Teams suboptimal, weil das Wissen vieler Teammitglieder ungenutzt bleibt.
  • Wir leben in einer komplexen Welt. Nachhaltigere und erfolgreichere Unternehmen enstehen, wenn man jedem Mitglied die Möglichkeit gibt, einen Beitrag zu leisten und sich zu äußern.

Die Lego® Serious Play® Methode basiert nicht auf einer neuen oder bahnbrechenden Wissenschaft, sondern auf Erkenntnissen der Aktionsforschung und einer Reihe anderer bestehender wissenschaftlicher Disziplinen.

Wie ist die Lego® Serious Play® Methode entstanden?

Die Geschichte der Lego® Serious Play® Methode begann 1996, als die Professoren Johan Roos und Bart Victor vom Institute for Management Development (IMD) das Konzept und den Prozess der Methode entwickelten, um Führungskräften die Möglichkeit zu geben, ihre Sicht auf ihr Unternehmen zu beschreiben, zu gestalten und zu hinterfragen.

Die Lego® Serious Play® Methode entwickelte sich zu einer Beratungsmethode, die mittlerweile erfolgreich von Unternehmen wie Daimler Chrysler, Roche, SABMiller, Tupperware, Nokia und Orange eingesetzt wird.

Zur gleichen Zeit gründeten Johan Roos und Kjeld Kirk Kristiansen, der CEO von Lego®, die Forschungsabteilung des Imagination Lab“, einer Schweizer Denkfabrik, die zwischen 2001 und 2006 74 Forschungsarbeiten, zahlreiche Zeitschriftenartikel und vier Bücher veröffentlicht hat.

Sollten Sie als Erwachsene:r aufgehört haben zu spielen, sollten Sie spätestens jetzt wieder damit beginnen.

Die 4-Tage-Woche

Warum eine Umstellung Sinn machen könnte

Laut einer Umfrage von Deloitte[1] planen 22% der Millennials ihren Job zu kündigen, weil sie mit der Work-Life-Balance unzufrieden sind. Nie zuvor war es einer arbeitenden Generation so wichtig ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit zu haben. Umso bedeutender ist ein Fokus auf die Work-Life-Balance. Wird darauf keine Rücksicht genommen, wird es enorme Auswirkungen auf die Talentgewinnung und Mitarbeiter:innenbindung haben. Denn schon der Generation Z ist die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und das persönliche Wohlbefinden wichtiger als den Millennials. Bezahlte Freistellungen und Tage der geistigen Gesundheit sind für sie unerlässlich. 

„Die Generation der Millennials hat eine andere Werteordnung als die Generationen davor. Wir bewegen uns auf eine postmaterielle Wirtschaft zu. Die Menschen schätzen immaterielle Erfahrungen mehr als Geld, und sie brauchen Zeit für diese Erfahrungen.“, meint Benjamin Hunnicutt, Professor an der University of Iowa, der sich mit Arbeit und Freizeit beschäftigt.

Dieser gesellschaftliche Wandel ist nicht völlig überraschend, wenn man bedenkt, dass sich der „Standard“ der Arbeit im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat und der 8-Stunden-Arbeitstag kein inhärentes „Naturgesetz“ ist. Lassen Sie uns einen Blick auf die Geschichte werfen. 

Die Entstehung der 5-Tage-40-Arbeitsstunden-Woche

Bis 1908 war die 6-Tage-Woche die Regel. Nur an Sonntagen konnten sich die Arbeiter:innen erholen. 1908 stellte dann eine Mühle in den USA ihr System auf eine 5-Tage-Woche um, da die größtenteils jüdischen Angestellten darum baten, samstags den Sabbat abhalten zu dürfen. Diesem Beispiel folgten viele weitere Firmen. In den 1930er-Jahren wurde die 5-Tage-Woche schließlich flächendeckend eingeführt. Die neue Arbeitswoche mit fünf Tagen und 40 Stunden sollte darüber hinaus die Arbeitslosigkeit bekämpfen.

In Deutschland war die Entwicklung der 5-Tage-Woche durch eine Regelung für Fabriken im Jahr 1918 bedingt, die unter der Leitung des Sozialpolitikers Ferdinand Hanusch eingeführt und 1918 gesetzlich verankert wurde. Damals war es jedoch noch die Regel bis zu 60 Stunden pro 5-Tage-Arbeitswoche zu arbeiten. In den folgenden Jahren wurde die Arbeitszeit sukzessive reduziert: am 1. Februar 1959 von 48 auf 45 Arbeitsstunden und ab 1969 bis 1975 schrittweise auf 40 Stunden pro Woche. 

Die 4-Tage-Woche im Test

Die 4-Tage-Arbeitswoche ist kein spontaner Trend der Geschäftswelt. Sie wurde von mehreren Firmen getestet bzw. eingeführt. So testete Microsoft Japan im Sommer 2019 das Konzept und konnte durchaus positive Ergebnisse feststellen: die Produktivität steigerte sich durch die 4-Tages-Woche um 40 Prozent.

Island hat seit 2015 in einem großen Experiment die Auswirkungen der verkürzten Wochenarbeitszeit genauer untersucht. Der erste Testlauf umfasste bis zu 2.500 Arbeitnehmer:innen. Beim zweiten Testlauf nahmen ab 2017 mehr als 400 Personen teil.

Die fünf Erkenntnisse Islands aus diesen Testphasen

  • Die Leistung und Produktivität sind bei der 4-Tage-Woche konstant geblieben.
  • Die Anzahl der Überstunden ist im Vergleich zur 5-Tage-Woche nicht übermäßig angestiegen.
  • Eine Umstellung auf die 4-Tage-Woche ist nicht so aufwändig wie befürchtet.
  • Die Angestellten waren im Vergleich zur 40-Stunden-Woche insgesamt weniger krankgeschrieben.
  • Durch die 4-Tage-Woche nutzten viele Angestellte ihre Freizeit sinnvoll(er).

Nach Abschluss der Versuchsreihe verhandelten isländische Gewerkschaften und Verbände dauerhafte Arbeitszeitverkürzungen. Insgesamt haben nun etwa 86% der gesamten isländischen arbeitenden Bevölkerung das Recht auf verkürzte Arbeitszeiten.

Die Vorteile der 4-Tage-Woche im Überblick

Steigerung der Motivation und Gesundheit

Die Mitarbeitenden haben längere Erholungsphasen. Das sorgt für einen großen Motivationsschub und kann die Bereitschaft für Überstunden an den vier Arbeitstagen pro Woche steigern. Die Arbeitszeit wird produktiv genutzt, überflüssige Zeitfresser werden in der Regel gestrichen. Die drei Tage zur Entspannung wirken sich wiederum positiv auf die Gesundheit aus.

Die Mitarbeitenden haben mehr Zeit zum Ausschlafen, für Hobbys oder gemeinsame Zeit mit der Familie. Das wirkt sich positiv auf die mentale und physische Gesundheit aus, Krankheiten lassen sich bei der 4-Tage-Arbeitswoche besser auskurieren oder sogar verhindern. Krankheitsbedingte Ausfälle werden dadurch reduziert. Eine Studie der Henley Business School[2] zeigt, dass in Unternehmen, die eine Vier-Tage-Woche eingeführt haben, mehr als drei Viertel der Mitarbeiter (78 %) zufriedener sind, weniger Stress haben (70 %) und weniger Krankheitstage nehmen (62 %).

Der freie Werktag kann sinnvoll und ohne Ausfälle in ihren Unternehmen genutzt werden

Wenn ein Besuch beim Arzt, am Amt ansteht oder das Auto in die Werkstatt muss, kann der durch die 4-Tage-Woche freiwerdende Werktag dafür genutzt werden. Die Mitarbeitenden fallen damit in ihren Unternehmen nicht aus.

Unternehmen werden für Arbeitssuchende attraktiver 

Die 4-Tage-Woche hat sich insgesamt auf dem Arbeitsmarkt noch nicht durchgesetzt. Somit können Unternehmen dieses Angebot bei der Mitarbeiter:innen-Suche positiv hervorheben und erscheinen besonders innovativ und flexibel. Fast zwei Drittel (63 %) der Arbeitgeber gaben an, dass die Einführung einer Vier-Tage-Woche ihnen geholfen hat, Talente anzuziehen und zu halten.[3] Darüber hinaus steigert die 4-Tage-Woche die Mitarbeiter:innenbindung, da Angestellte durch die gesteigerte Work-Life-Balance seltener kündigen. 

Die 4-Tage-Woche steigert die Produktivität

Wie bereits oben erwähnt konnte Microsoft in der Testphase der 4-Tage-Woche in Japan eine 40%ige Steigerung der Produktivität nachweisen. Eine neuseeländische Treuhandgesellschaft stellte auf eine 4-Tage-Woche um und konnte einen Rückgang des Arbeitsstresses um 27 %, eine Steigerung der Produktivität um 20 % und eine Verbesserung der Work-Life-Balance um 45 % feststellen.[4]

Die 4-Tage-Woche hat einen positiven Impact auf das Klima und Gender Equality 

Britische Arbeitnehmende schätzen, dass sie im Durchschnitt knapp 900km pro Woche weniger fahren würden, was zu weniger Verkehrsemissionen führen würde. [5] Übertragen auf den gesamten Globus scheint die Vier-Tage-Woche damit eine vielversprechende Waffe im Kampf gegen die globale Erwärmung zu sein. Eine Studie der University of Massachusetts, Amherst, sagt voraus: „Wenn wir 10% weniger Zeit mit Arbeiten verbringen würden, würde sich unser CO2-Fußabdruck um 14,6% verringern, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass wir weniger pendeln oder in unseren Pausen zu kohlenstoffreichen Fertiggerichten greifen. Ein ganzer freier Tag in der Woche würde also unseren Kohlenstoff-Fußabdruck um fast 30% verringern.[6] Doch nicht nur das Klima würde profitieren.

Auch auf Gender Equality würde sich eine Umstellung positiv auswirken. In einem kürzlich erschienenen Bericht wird argumentiert, dass dies den Frauen helfen könnte, indem die Kinderbetreuungspflichten gleichmäßiger auf Frauen und Männer verteilt werden. Außerdem könnten Eltern ihren zusätzlichen freien Tag flexibler nutzen, um notwendige Besorgungen zu machen und sich um andere familiäre Angelegenheiten zu kümmern, so dass sie während der Arbeitszeit konzentrierter und produktiver arbeiten könnten.[7]

Gibt es Nachteile?

Der primäre Nachteil ist auf die Denkweise des Industriezeitalters zurückzuführen, dass die Arbeit nicht erledigt wird, wenn Mitarbeitende nicht an allen Werktagen anwesend sind, und dass wichtige Kund:innenbeziehungen darunter leiden könnten. Doch mit COVID und der Zunahme von remote work haben wir gelernt, dass die Fähigkeit seine Arbeit erfolgreich zu erledigen nicht notwendigerweise an der ständigen Anwesenheit von allen Mitarbeitenden in Unternehmen hängt. Die größte Herausforderung liegt im Denken der Führungskräfte. Es geht nicht darum, weniger zu arbeiten, oder um den Niedergang der Arbeitsmoral. Es geht nur um eine andere Art der Arbeitsauffassung.

Die Umstellung auf die 4-Tage-Woche. Wie es funktionieren kann

Eine Umstellung auf eine 4-Tage-Woche braucht eine gute Vorbereitung. Sie kann nicht von heute auf morgen funktionieren. 

  • Es braucht eine gute Übergangsphase. Dafür muss entsprechend Zeit eingeplant werden. 
  • Die Mitarbeitenden müssen eingebunden werden und es muss eine gemeinsame Strategie entwickelt werden, damit die 4-Tage-Woche gelingt. 
  • Es bedarf einer guten Kommunikationen nach außen – mit Kund:innen und Geschäftspartner:innen. 
  • In vielen Branchen braucht es ein ausgeklügeltes Schichtsystem, damit Service, Produktion und Erreichbarkeit innerhalb der Arbeitswoche weiterhin gewährleistet sind. 
  • Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen und ebenfalls nur an vier Tagen pro Woche arbeiten. 

Die Einführung der 4-Tage-Woche muss nicht automatisch mit einer Reduktion der Arbeitszeit einhergehen. Es gibt sowohl das 4 x 10-Stunden- als auch das 4 x 8-Stunden-Modell. Welches Modell für Unternehmen Sinn macht, muss man sich im Einzelfall anschauen. Nachdem die Motivation und Produktivität durch eine 4-Tage-Woche gesteigert werden, kann eine Reduktion der Arbeitszeit durchaus möglich sein. 

Wir bei MagnoliaTree machen uns über die Life-Work-Balance viele Gedanken, bieten unseren Mitarbeitenden flexible Zeit und Arbeitsmodelle an und empfinden das als ein Win:Win für alle. 


[1] https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/global/Documents/About-Deloitte/deloitte-2019-millennial-survey.pdf

[2] https://www.henley.ac.uk/news/2019/four-day-week-pays-off-for-uk-business

[3] https://www.henley.ac.uk/news/2019/four-day-week-pays-off-for-uk-business

[4] https://www.fingerprintforsuccess.com/blog/four-day-work-week

[5] https://www.henley.ac.uk/news/2019/four-day-week-pays-off-for-uk-business

[6] https://www.bbc.com/worklife/article/20190802-how-shorter-workweeks-could-save-earth

[7] https://www.washingtonpost.com/world/2020/05/24/will-coronavirus-pandemic-open-door-four-day-workweek/

Wer verharrt, hat schon verloren

Führen in der Krise 

Dieser Artikel ist in englischer Sprache auf forbes.com erschienen.

Im Chinesischen setzt sich das Schriftzeichen für Krise aus zwei Teilen zusammen. Der erste lässt sich mit Gefahr, der andere mit Chance übersetzen. Beides Qualitäten finden wir in Krisen. Nicht alle Krisen sind Chancen. Aber viel mehr als wir glauben. 

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“

Viktor Frankl

Wenn wir erkennen, dass wir eigenmächtig sind in allen Lebenslagen und dem Schicksal nicht ausgeliefert, dann können sich wertvolle Perspektiven und Handlungsoptionen ergeben. 

Warum es für Leader wichtiger denn je ist sich mit Krisenmanagement zu beschäftigen

Leader tragen Verantwortung für das Wohlergehen und den Fortbestand der Systeme, die sie führen. Ich weiß, an dieser Pflicht tragen sie schwer. Und doch konnten sie sich jahrelang darauf vorbereiten. Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass Sie schon heute alles, was Sie brauchen, in sich tragen? Sie sind mit Sicherheit viel krisenerprobter als Sie glauben.

Machen Sie eine Liste:

  • Welche Lebenskrisen haben sie schon überstanden?
  • Wie haben sie das gemacht? Was haben sie gelernt?
  • Wie übertragen Sie das Gelernte auf das Hier und Jetzt? 

 Das Weltwirtschaftsforum (WEF) führte 2022 eine Umfrage[1] zur Erhebung globaler Risiken durch. Zu den Befragten gehörten Wissenschaftler:innen, Leader, Regierungsmitglieder, Personen der Zivilgesellschaft und Vordenker:innen. Der WEF-Bericht umfasst menschliches Leid, gesellschaftliche Störungen, wirtschaftliche Schocks, Umweltzerstörung und politische Instabilität. Die Klimakrise und seine ökologischen Folgen dominieren dabei die Liste des WEF. Mehr noch, nahezu die Hälfte aller Befragten (41,8%), gab an, dass sie den Ausblick auf die nächsten drei Jahren als ständig schwankend mit vielen Schocks sehen. 

Dabei ist es wichtig den Unterschied zwischen Krisen- und Risikomanagement zu kennen. In der Praxis von Unternehmen überschneiden sich beide Ressorts. Während sich Risikomanagement darauf konzentriert, wie man Bedrohungen verhindern kann, fokussiert sich Krisenmanagement auf die Entwicklung von Aktionsplänen für die Reaktion auf Notfälle und die Ausführung dieser Pläne. 

Die 5 essenziellen Elemente des Krisenmanagements

Vorbeugen
Risiken und Bedrohungen erkennen, vermeiden und/oder minimieren

Planen
Entwicklung von Krisenplänen

Informieren
Ein breites Spektrum an aktuellen Informationen und Nachrichten muss genutzt werden. Netzwerke können tragen und gute Impulse geben. 

Üben
Erprobung der Krisenpläne

Durchführen
Effektive Ausführung im Bedarfsfall

Krisen stellen Leader auf eine harte Probe

Krisen trennen die Spreu vom Weizen. Sie testen Leader auf ihre Führungsqualifikationen, Kreativität und Widerstandsfähigkeit. Diese Fähigkeiten können nicht anhand eines Leitfadens oder Handbuchs erlernt werden. In vielerlei Hinsicht ist erfolgreiches Krisenmanagement für Leader eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst und dem fordernden Erarbeiten von notwendigen Fähigkeiten. 

Leader brauchen Vertrauen in sich und andere 

Leader müssen Vorbilder innerhalb einer Gruppe sein. Sie müssen der Fels in der Brandung sein und ihre Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten treffen. Deshalb brauchen sie vor allem Selbstvertrauen. Gleichzeitig dürfen sie sich weniger über- noch unterschätzen, sie müssen wissen, wo ihre Grenzen sind, was sie selbst übernehmen können und wann sie Aufgaben übergeben müssen. Sie müssen übernehmen, aber auch loslassen können. Um dies tun zu können, braucht es eine gefestigte Persönlichkeit, die auf sich und andere vertrauen kann. 

Leader müssen empathisch sein

Gute Leader müssen ein gutes Gespür für ihr Team haben und gerade in Krisenzeiten, die Unsicherheiten und Ohnmacht auslösen, erkennen, was Teammitglieder brauchen. Empathie ist kein nice-to-have, es ist ein strategischer Imperativ, der auch abseits von Krisen eine unabdingbare Führungsqualität sein muss. Empathie ist ein wichtiger Treiber für Innovation, Engagement und Integration. Aktuelle Untersuchungen[1] zeigen, dass die Kultivierung empathischer Führung eine der wichtigsten Strategien ist, um auf Krisen zu reagieren. Ein empathischer Leader zeigt (Für-)Sorge und Verständnis für die Lebensumstände seiner Mitarbeiter:innen. 


[1] https://www.catalyst.org/reports/empathy-work-strategy-crisis/

Leader müssen Kreativität fördern

Kreativität ist der Schlüssel für das Durchstehen einer Krise und die Reorganisation nach einer Krise. Führungskräfte müssen die Kreativität ihrer Mitarbeiter:innen entdecken und nutzen, um durch schwere Krisen hindurch erfolgreich sein zu können. Leader müssen ihre Vorstellungen davon, was Kreativität bedeuten überdenken, um sie auch fördern zu können. Kreativität ist universell. Sie ist ein Teil des Menschseins. Kreativität umfasst die Nutzung unserer individuellen Vorstellungskraft, die Fähigkeit Ideen weiterzugeben und die Welt um uns zu interpretieren. Fördern Sie eine Kultur, die Diversität stärkt. Menschen wollen die Ideen anderer hören, damit sie ihre eigenen Ideen inspirieren oder schärfen können. Fördern Sie aber vor allem auch Ihre eigene Kreativität. Malen Sie, basteln Sie an einer Modelleisenbahn, puzzeln Sie und lassen Sie dabei Ihren Gedanken freien Lauf. Kreativität erweitert den Handlungsspielraum und lässt einem Inkubator gleich Ideen heranreifen, fördert das assoziative Denken und entspannt. 

Leader müssen kommunizieren (können)

Gerade in Krisenzeiten ist es für Leader von besonderer Bedeutung mit allen auf allen Ebenen zu kommunizieren. Klar, ruhig, sachlich. Dabei kann auch kommuniziert werden, was noch ungewiss oder im Entscheidungsfindungsprozess ist. Ihre Mitarbeiter:innen wollen gerade in unsicheren Zeiten wissen, was auf sie zukommt und es beruhigt zu wissen, dass Sie sich aktiv mit diesen Problemen auseinandersetzen. Ein „Ich habe noch keine Antwort darauf, gebe Ihnen aber Rückmeldung sobald ich sie habe“ ist vertrauensbildender als um den heißen Brei oder gar nicht darüber zu reden. Sprechen Sie auch Ihre Sorgen und Ängste an: Was ist negativ, was ist interessant, was ist ein positiver Nutzen aus der Situation? 

Leader müssen ruhig bleiben

Krisen verengen unser Blickfeld, sei verstärken Vorurteile und die selektive Wahrnehmung der Welt. Um emotional mit Krisen umgehen zu können, versucht unser Gehirn so viel wie möglich zu vereinfachen. Der Haken dabei? Unser Handlungsspielraum wird dabei enger. Neurowissenschaftler: innen nennen diesen Effekt „Raubtierangst“: Je weniger wir uns bedroht fühlen, desto mehr Raum haben wir Szenarien durchzudenken und strategisch zu handeln, je bedrohter wir uns fühlen, desto weniger Handlungsspielraum lässt unser Gehirn zu. Ohne unser aktives Zutun reagieren wir reflexartig, sind weniger kreativ im Finden von Problemlösungen als unter normalen Umständen und erklären uns die Welt einfacher und so wie sie uns gefällt, aber nicht wahrhaftiger. Daher ist es für Leader in Bedrohungsszenarien wichtig sich breiter als üblich zu informieren, offen für Fakten und andere Blickwinkel zu sein. Und: Leader sollten gerade dann auf Meditation und Achtsamkeitsübungen setzen, wenn alle um sie herum panisch agieren. Meditation schärft Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, emotionale Intelligenz, soziales Bewusstsein und vor allem die innere Ruhe, die Leader zur Bewältigung von Krisen brauchen.  

Diese Skills lassen sich nicht in einem Workshop am Wochenende erwerben. Sie erfordern eine intensive Arbeit mit sich selbst, Zeit, Geduld und vor allem viel Übung. Es sind keine Skills, die Leader nur dann aus ihrem Erste-Hilfe-Kasten hervorkramen sollten, wenn ein Notfall eingetreten ist. Sie sind die Basis-Skills großer Leader, die selbst bei ruhigstem Fahrtwind genutzt werden sollten. 


[1] https://www3.weforum.org/docs/WEF_The_Global_Risks_Report_2022.pdf

Definitionen und Begrifflichkeiten zu DCI

Der Dialog über Diversität, Gleichberechtigung und Integration ist breit gefächert und nimmt zu. Dies führt dazu, dass ein gemeinsames Vokabular benötigt wird, um Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Wörter haben oft unterschiedliche Bedeutungen; je nach Lebenserfahrung können Wörter für verschiedene Menschen unterschiedliche Bedeutungen haben.

Aus diesem Grund haben wir ein Video zur Klärung wichtiger Begriffe DCI betreffend geschaffen, das dabei helfen soll, sie besser zu verstehen und richtig zu verwenden.

Was wir über Glück wissen sollten

Von Sabine Gromer

„Glück ist eine Lebenshaltung auf deinem Weg, nicht das, was du am Ziel findest.“

Das schreibt der Glücksforscher und  Bestseller-Autor Shawn Achor.

Doch was ist Glück und vor allem, wie schaffen wir es glücklich und damit wissenschaftlich nachgewiesen um 31% produktiver als Menschen zu sein, die mit einer negativen oder neutralen Denk-weise durchs Leben gehen?

Um eines vorweg klarzustellen, ich finde den deutschen Begriff „Glück“ eigentlich unglücklich gewählt, doch in Ermangelung einer besseren Übersetzung für das englische Wort „Happiness“, werde ich ihn in diesem Artikel verwenden. Was aber meine ich, wenn ich von Glück schreibe? Definitiv nicht das Gegenteil von Pech, denn das zufällige Glück können wir nicht beeinflussen. Unter Glück versteht man auch ein subjektives Wohlbefinden, das wir entweder in einer kurzen Zeitspanne erleben – bspw. wenn wir etwas Gutes essen oder mit Freund:innen beisammen sind – oder dauerhaft empfinden. Das dauerhaft gefühlte Wohlbefinden kommt dem englischen Begriff „Happiness“ am nächsten und genau um dieses geht es mir in diesem Artikel.

Glück = Lebensqualitätssteigerung

Die Glücksforschung und die Wissenschaftler:innen der positiven Psychologie befassen sich schon seit Jahren mit dem Thema Glück. Sie stellen sich die Frage, wie Menschen, die zufrieden und innerlich ausgeglichen sind, mit schwierigen Situationen umgehen. Welche Werkzeuge haben solche Menschen und wie schaffen sie es, ein zur Hälfte befülltes Glas Wasser als halb voll  statt halb leer zu sehen? Um Glück zur Säule Ihrer Lebensqualität zu machen, braucht es allerdings mehr als bloße Affirmationen. Eine positive Grundhaltung erreicht man nicht durch runtergebetete „ich-denk-mich-glücklich-Mantras“, die keine innere Ausrichtung bewirken und stets unauthentisch bleiben. Sparen Sie sich die Mühe. Glück braucht mehr.

Die Torte des Glücks

Eine Studie aus den USA ergab, dass etwa 50% der Lebens-zufriedenheit auf die Genetik und 10% auf externe Umstände zurückzuführen sind. In den restlichen 40% steckt nun das Potenzial unsere Lebensqualität aktiv zu steuern.

Wozu Glück überhaupt?

Glück steht im Zusammenhang mit einer niedrigeren Herzfrequenz und einem niedrigeren Blutdruck, glückliche Menschen werden seltener krank, sie sind besser vor Stress geschützt, weil sie weniger Cortisol ausschütten, neigen weniger zu Schmerzen, Schwindel, Muskelverspannungen und Sodbrennen und leben länger. Mehr noch: Glück macht erfolgreich. Immerhin sind wir mit einer positiven Grundhaltung – wie bereits oben erwähnt – um satte 31% produktiver. Dabei muss es kein „natürliches“ Glück sein. Wir wissen, dass die „experimentelle Verstärkung“ positiver Emotionen auch zu besseren Ergebnissen am Arbeitsplatz beiträgt. Menschen, die mit ihrer Arbeit zufrieden sind, kündigen seltener und haben weniger Krankenstände. Dabei sind Glück und Arbeitsleistung eng miteinander verbunden: glückliche Menschen leisten bessere Arbeit, und Menschen, die gute Arbeit leisten, sind eher glücklich.

GOOD NEWS

Die Wissenschaft ist klar. Wir können unser Glücksniveau durch gewisse Maßnahmen steigern.

Wie steigert man Glück?

Meine persönlichen Favoriten zur Steigerung des Glücksempfindens

Verbindung mit Menschen

In einer seit über 80 Jahren geführten Studie der Harvard University wird deutlich, dass zwischenmenschliche Beziehungen der Hauptschlüssel zum Glück sind. Umso wichtiger ist es, seine zwischenmenschlichen Beziehungen zu pflegen, Menschen um sich zu haben, von denen man sich getragen und geliebt fühlt. Nichts ist effektiver.

Anderen Gutes tun

Menschen, die anderen etwas Gutes tun, steigern ihr Glücksempfinden erwiesenermaßen deutlich. Sogenannte „random acts of kindsness“ – einer alten Frau über die Straße helfen, jemandem etwas schenken etc. – führen zu einer erhöhten Ausschüttung von Oxytocin und Dopamin, was wiederum zu einer Steigerung der Lebenszufriedenheit führt.

Nutzen Sie Ihre Stärken

Finden Sie heraus, was Ihre Stärken sind – bspw. anhand des CliftonStrengths Finder, und versuchen Sie, sie täglich einzusetzen.

Dankbarkeitsübungen

Legen Sie sich ein Dankbarkeitsgefäß zu, das Sie mit Notizen von und Andenken an schöne(n) Momente(n) befüllen. Leeren Sie es am Ende eines Jahres und kleben Sie den Inhalt in ein Buch.

Betreiben Sie Psychohygiene

Denken Sie einmal darüber nach, was Ihnen dabei hilft sich gut zu füllen. Bei mir sind das ein Stück Schokolade, schöne Musik oder eine Folge Pumuckl. Setzen Sie diese Dinge ein, um nicht ins tiefe Tal des Unglücks abzusteigen und oft selbst kreierte Dramen zu vermeiden.

Visionboard

Am Ende jedes Jahres erstelle ich Visionboards darüber, wie ich mich im neuen Jahr fühlen will. Das stärkt die innere Ausrichtung und gibt Glücksmomente.

Gefühle zulassen.

Wer Gefühle zulässt und sie nicht wegdrückt – auch wenn’s im Moment schwer sein kann, sie zu durchleben – dem wird es de facto langfristig besser gehen. Also, lassen Sie sie zu.

Wir werden nicht glücklich geboren, wir können uns Glück nicht kaufen, aber wir haben das Glück in unserer Hand und können es so formen, dass es uns besser und erfolgreicher durchs Leben führt. Arbeiten Sie daran.

Glückauf.

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Neue Mitarbeiterin Administration & Projektmanagement

MagnoliaTree ist in den vergangenen Monaten erheblich angewachsen. Das ist natürlich überaus erfreulich, doch ist es nicht ganz ohne Stolpersteine einhergegangen. Das bisherige Office-Management war den Herausforderungen einer wachsenden Organisation leider nicht gewachsen und so mussten wir uns erneut auf die Suche nach einer geeigneten Person für diese sehr verantwortungsvolle Rolle begeben. Zum Glück sind wir schnell fündig geworden. Wir möchten Ihnen das neue Office-Management-Team nunmehr vorstellen. 

Mag.a Sarah Pirchner

unterstützt nun ab 1. April das Büroteam. Aufgrund eines noch aufrechten Arbeitsverhältnisses wird sie dies bis Ende Mai nur in eingeschränktem Ausmaß tun können. Ab Juni wird sie die Büroleitung, sämtliche administrative Aufgaben und das Projektmanagement übernehmen. Sarah war zuletzt Referentin und Trainingskoordinatorin bei einer europäischen Fluglinie, ist Magistra in Mediation und Konfliktbearbeitung und diplomierte Tourismuskauffrau. Schon in der Vergangenheit hat sie erfolgreich Büros geleitet und als Assistentin der Geschäftsführung gearbeitet. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Sarah mit ihren vielen Kompetenzen und ihrer kommunikativen Persönlichkeit den Teamgeist bei MagnoliaTree bereichern wird. 

Ab 1. Juni wird Sarah unter der E-Mail-Adresse office@magnoliatree.org erreichbar sein. 

Meet Sigrid Eghøj

Sigrid wohnt in Kopenhagen und hat einen Bachelor-Abschluss in Psychologie. Außerdem hat sie Betriebswirtschaft studiert und in den letzten zwei Jahren in der Landwirtschaft gearbeitet. Sie arbeitet hauptsächlich mit Schafen in einer Wollfabrik und ist ein praktischer Mensch. Sie erhielt eine Auszeichnung als Dänische Biolandbau-Studentin des Jahres 2021.

Sie wird den Sommer über bei MagnoliaTree in Österreich sein, um Elke bei der Entwicklung der Akademie zu unterstützen.

Fun fact über Sigrid: Sie schwimmt am liebsten im Winter, wenn weniger Menschen am Strand sind.

Revolutionäre Frauen des 20. Jahrhunderts

Illustration von Daliana Ilies

Artikel von Daliana Ilies

Heute möchte ich über die revolutionären Frauen des 20. Jahrhunderts sprechen, die enorm viel für die Rechte aller Frauen erreicht haben, und auch darüber, wie wir dazu gekommen sind, überhaupt einen Internationalen Frauentag zu feiern. Ich bin keine Historikerin und auch keine Expertin auf diesem Gebiet. Doch meine Neugier hat mich dazu bewogen mich in eine stundenlange Recherche zu stürzen, um mehr zu erfahren. Darüber hinaus bin ich eine Frau , die zu verstehen versucht, warum wir uns an diesem Punkt befinden, und die hoffentlich lernt, wie wir unsere Ziele als Einheit erreichen können.

Bitte nehmen Sie sich kurz Zeit, schließen Sie die Augen und versuchen Sie, sich eine fünfzigjährige Frau vorzustellen, die um 1900 in Westeuropa lebte. Stellen Sie sich nun diese Frau als eine marxistische Theoretikerin, eine kommunistische Aktivistin und – was am wichtigsten ist – eine Verfechterin der Rechte der Frauen vor. Nicht zuletzt stellen Sie sich diese Frau als Teil der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland vor.

Clara Zetkin

Ihr Name ist Clara Zetkin, und sie war eine der wenigen Frauen, die es in einen männerdominierten politischen Kreis geschafft hat. Sie begann, Konferenzen zu veranstalten, um Frauenfragen zu erörtern, und organisierte 1907 die erste Internationale Konferenz sozialistischer Frauen in Stuttgart, Deutschland. Ihr Hauptziel war es, Frauen in die Arbeitswelt einzubinden, und sie als Teil der Arbeiterrechtebewegung zu machen, um ihnen eine Möglichkeit zu geben, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Dies setzte einen Trend in Gang. Fast zeitgleich wurde in den USA am 28. Februar 1909 der erste Frauentag ausgerufen, und die Straßen von New York waren voll mit Frauen, die für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen protestierten.

1910 fand eine zweite Internationale Konferenz der arbeitenden Frauen statt. Damals trafen sich über 100 Delegierte aus der ganzen Welt in Kopenhagen. Zetkin setzte sich für die Idee eines internationalen Frauentags ein, und die Abstimmung fiel einstimmig aus, was bedeutete, dass es endlich einen Tag gab, an dem sich Frauen organisieren und für gleiche Rechte eintreten konnten.

Noch interessanter sind einige andere revolutionäre Ideen, die auf der Konferenz diskutiert wurden:

  • der 8-Stunden-Arbeitstag
  • Schwangere Frauen sollten 8 Wochen vor der Entbindung aufhören zu arbeiten
  • Frauen sollten eine „Mutterschaftsversicherung“ von 8 Wochen erhalten, sobald das Kind geboren war

Diese Konferenz war somit die Geburtsstunde der Ideen über Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub, wie wir sie heute in den meisten entwickelten Ländern kennen und weiterdenken.

Rose Schneidermann

Die allererste europäische Feier zum Internationalen Frauentag fand 1911 in Wien statt. Nur ein Jahr später gingen in Deutschland mehr als eine Million Frauen auf die Straße. Und der Trend setzt sich in Amerika fort, diesmal ausgelöst durch Rose Schneidermann, die darauf bestand, dass Arbeiterinnen mehr als nur Löhne zum Überleben brauchen; sie brauchen auch Würde und angemessene Arbeitsstandards. Da der Erste Weltkrieg immer näher rückte, beschlossen viele Länder, den Feiertag zu streichen, um den Frieden an der Heimatfront zu wahren. Um sich dem Krieg entgegenzustellen, organisierte Zetkin 1915 die dritte und letzte Sozialistische Frauenkonferenz.

Zugegen war auch Nadezhda Krupskaya, von der Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie von ihrem Mann gehört haben: Wladimir Lenin. Das Paar erklärte, dass der Krieg nur den Reichen und den Waffenherstellern zugute kam. Traurigerweise ging der Krieg trotz all ihrer Bemühungen weiter.

Alexandra Kollontai

1917 begann die dramatischste Feier des Internationalen Tages der Arbeit in Russland, angeführt von der Feministin Alexandra Kollontai. Warum?

Die Zahl der Frauen, die in den Fabriken, vor allem in der Textil- und Chemieindustrie, arbeiteten, war sprunghaft angestiegen, weil die Männer im Krieg waren. Die Frauen, die sie ersetzten, erhielten nur die Hälfte des Lohns, obwohl sie lange unter schrecklichen Bedingungen arbeiteten. Am 23. Februar oder in unserer Zeitrechnung am 8. März stürmten die Frauen die Straßen von Petrograd und streikten gegen Krieg, Hunger und den Zaren. Zwei Tage später stand fast die gesamte Industrie in Petrograd still. Der Protest war nicht mehr nur auf Frauen oder Arbeiter beschränkt. Studenten, Lehrer und viele andere schlossen sich ihnen an. Die Zaren reagierten darauf, indem sie dem Militär befahlen, sie notfalls zu erschießen. Doch die Proteste konnten nicht gestoppt werden.

Diese Frauen haben mich sehr bewegt und inspiriert, weil es ihnen gelungen war, ganze Regimente davon zu überzeugen, die Seiten zu wechseln und sich ihnen anzuschließen. Sie gingen auf die Straße und riskierten, beschossen und getötet zu werden. Dies war der Beginn der russischen Februarrevolution. Doch es war die Bewegung der Frauen, die sie überhaupt in Gang setzte. Aber darüber lernen wir in der Schule nicht wirklich etwas, oder? Eine Woche nach der „Feier“ dankte Zar Nikolaus II. ab und beendete damit die rund 300 Jahre währende Herrschaft der Romanows über Russland.

Russland war eine der ersten Regierungen einer Großmacht, die Frauen das Wahlrecht gewährte. 1921 wurde offiziell beschlossen, den 8. März zum Internationalen Frauentag zu erklären. Lenin und Zetkin machten ihn 1922 zu einem kommunistischen Feiertag, und im selben Jahr begannen auch die Kommunisten in China, ihn zu feiern. Schließlich wurden alle Fortschritte von Stalin 1936 zunichte gemacht, indem er das Wahlrecht für Frauen aufhob und darüber hinaus auch noch die Abtreibung verbot. Und auch die USA machten Rückschritte. Nachdem ihnen alles, was mit dem Kommunismus in Verbindung stand, zuwider war, strichen sie den Frauentag aus ihrem Kalender.

Lilian Ngoyi

Südafrika feiert den Weltfrauentag gleich zweimal im Jahr und hebt sich damit von Europa ab. Ein Grund mehr einer weiteren furchtlosen Frau Achtung zu zollen: Lilian Ngoyi. Ngoyi, die auch als Mutter des schwarzen Widerstands bekannt ist, war die erste Frau, die in das Exekutivkomitee des Afrikanischen Nationalkongresses gewählt wurde, und trug dazu bei, die Föderation der südafrikanischen Frauen zu gründen. Ihre Energie und ihre Begabung als öffentliche Rednerin verschafften ihr schnell Anerkennung. Am 9. August 1956 (einem der Daten, an denen in Südafrika der Internationale Tag der Arbeit gefeiert wird) führte sie den Anti-Pass-Marsch der Frauen an, eine der größten Demonstrationen in der Geschichte Südafrikas. Mit Tausenden von Petitionen in der Hand war Ngoyi diejenige, die an die Tür des Premierministers klopfte, um die Petitionen zu übergeben. Sie wird schließlich zusammen mit 156 anderen führenden Persönlichkeiten wegen Hochverrats verhaftet.

Jetzt, im Jahr 2022, verdienen wir als Frauen weniger als unsere männlichen Kollegen; wir sind in Politik und Wirtschaft unterrepräsentiert. Am erschreckendsten ist, dass wir immer noch einem erheblichen Gewaltrisiko ausgesetzt sind und dass Frauen sich oft allein um die Familie kümmern müssen. Es ist also überfällig, dass unsere Generation aufsteht und das fortsetzt, was diese mutigen Frauen geschaffen haben, um die Freiheit zu erlangen, die wir alle in allen Bereichen des Lebens längst verdienen.

QUELLEN:

  • https://time.com/5187268/international-womens-day-history/
  • https://www.youtube.com/watch?v=m_UjYOfmkn8
  • https://www.sahistory.org.za/people/lilian-masediba-ngoyi
  • https://www.encyclopedia.com/women/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/ngoyi-lilian-1911-1980
  • https://www.youtube.com/watch?v=irUOrXkzoBg
  • https://www.youtube.com/watch?v=7gb3ioatsSc
  • https://www.cambridge.org/core/journals/slavic-review/article/february-23-and-march-8-two-holidays-that-upstaged-the-february-revolution/44C5064AA9665B7AF449078151FD6AE6
  • https://www.dhm.de/lemo/biografie/clara-zetkin
  • https://www.youtube.com/watch?v=IEQiHlrxy94

Was ist Coaching?

Von Elke Pichler.

Wir als Coaches sind biased, unsere Einstellung zum Thema Coaching ist subjektiv. Wir sind vom Potenzial der Innenschau und Reflexion überzeugt. Bei MagnoliaTree ist Coaching DAS zentrale Instrument unseres Tuns. Höchste Qualitätsansprüche, laufende Evaluierungen und Weiterbildungen und eine langfristige Zusammenarbeit stehen für uns im Mittelpunkt.

Weil das Angebot auf diesem Feld aber recht unüberschaubar und diffus ist, haben wir uns dazu entschlossen, einen Artikel zur Definition und Abgrenzung von Coaching zu verfassen. Wir wollen eine Orientierungshilfe geben, die allen Coaching-Suchenden dabei helfen soll, sich in diesem Feld zurecht zu finden.

Die Nachfrage nach Coaching steigt. Besonders unter Menschen, die sich mit Herausforderungen in ihrer Aufgabe als Führungskraft konfrontiert sehen. Auch die Zahl der Coaches nimmt zu. Wer auf der Suche nach einem Coach ist, konsultiert oft das Internet.

Doch, wenngleich die Nachfrage steigt und man von diesem hochsensiblen Thema höchste Qualitätsstandards erwartet, ist von einer Professionalisierung der Branche noch zu wenig zu merken. ‚Coach‘ ist kein geschützter Begriff, kein qualifizierender Beruf. Es gibt unzählige Ausbildungsinstitute und Optionen mit einer weiten die Qualität betreffenden. Und genau das macht das Feld der Anbieter so unendlich, wie undurchsichtig.

Wo also beginnen, wenn schon die Definition des Coachings nicht klar ist?

Ist es noch ein Coaching, wenn mehr als zwei Personen involviert sind? Lernt man etwas von Coaches oder nur von Trainer:innen? Wäre eine Supervision nicht sinnvoller? Und was können Menschen eigentlich, die sich Coaches nennen? Oder besser gesagt, was sollten sie mindestens können? Und woran erkenne ich die Qualität eines Coaches?

Der Ursprung des Coaching

Der Begriff Coaching wurde im Spitzensport geprägt: Sportler:innen werden individuell oder in Teams von Coaches betreut und begleitet. Diese Betreuung ist sowohl fachlich als auch psychologisch angelegt, und unterstützt die Sportler:innen dabei, im entscheidenden Moment Höchstleistungen zu erbringen. Die Coaches sind Expert:innen und meist selbst in der entsprechenden Disziplin aktiv (gewesen).

In den 1980er Jahren begannen sich Coachings außerhalb des Spitzensports zu etablieren. Doch erst ca 20 Jahre später wurde daraus ein richtiger Trend und ein signifikanter Anstieg der empirischen Forschung zu diesem Thema entstand . So gab es in den Jahren 2003 bis 2008 im englischen Sprachraum gleich fünf neue Fachzeitschriften zum Thema .

Was versteht die Wissenschaft unter Coaching?

Die Wissenschaft nähert sich dem Thema über unterschiedliche Dimensionen: Siegfried Greif  beschreibt Coaching als eine besondere Form bzw. Methode der personenorientierten Beratung. Die Aufgabe der Coaches ist es, bei der Lösungsfindung oder der Bewältigung diverser Themen zu unterstützen und persönlich zu beraten, dabei aber weniger Lösungen anzubieten, sondern mehr zur eigenen Lösungsfindung. Ziele von Coachings können Problemlösungen oder die Weiterentwicklung von Kompetenzen bzw. Einstellungen sein  Coaching ist auch aus Sicht der Wissenschaft vielfältig und weist eine hohe Heterogenität auf. Es handelt sich um eine individuelle und für die Klient:innen maßgeschneiderte Form der Beratung, die von Coaches an die sich verändernden Bedürfnisse des Gegenübers angepasst wird . Coaching soll immer auf freiwilliger Basis passieren .

In jedem Fall ist Coaching ein Element der positiven Psychologie. Namens-geber der positiven Psychologie war Martin Seligman in seiner Rolle als Präsident der American Psychological Association. Prominent wurde die Strömung der positiven Psychologie durch eine Sonderausgabe des Fachjournals „American Psychologist“ im Jahr 2000.

Das große Ziel der positiven Psychologie ist zu erforschen, wie Menschen zufrieden und erfolgreich leben und welche Interventionen sie dabei unterstützen können. Coaching kann eine dieser Interventionen sein, um die Zufriedenheit zu stärken und Motivation zu steigern .

Welche Mindestanforderungen soll an Coaches gestellt werden?

Die Anforderungen an Coaches haben sich im deutschsprachigen Raum über die letzten Jahre hinweg kaum verändert.

Walter Schwertl  sieht Coaches in mehreren Rollen. Die Person ist Initiator:in, Motivator:in und Taktgeber:in für einen kommunikativen Prozess, deren Aufgabe es ist, Klient:innen zu Handlungserfolg im jeweiligen Kontext zu verhelfen. Dieser Erfolg soll durch von Coaches begleitete intrapersonale Prozesse erreicht werden.

Gerade im Bereich des Executive Coachings sind Coaches in ihrer Funktion als Impulsgeber:innen sehr gefragt. Wichtig ist es, dass sie dabei neutral agieren und stets auf Augenhöhe mit ihren Coachees bleiben.

Im mittleren Management sollen Coaches eher mehr Orientierung und Anleitung zur Selbsthilfe geben.  In allen Bereichen ist für ein erfolgreiches Coaching die Beziehung zwischen Coach und Coachee, die auf Authentizität, Partnerschaft, Vertrauen und Verantwortung beruht, ausschlaggebend.  .

UNSERE CHECKLISTE FÜR ERFOLGREICHES COACHING

Der/Die Coach …

  • … ist bereit zu einem kostenlosen Erstgespräch.
  • … ist transparent über die Ausbildungen und Ausbildungsrichtungen (idealerweise ist ein Coach in unterschiedlichen Richtungen ausgebildet)
  • … hat mehrere Handwerkszeuge. 
  • … bietet Coaching, das mehr als bloße Pediküre und kein Abo, sondern individuell und effektiv ist. Daher sollten keine Paketpreise angeboten werden. Im Voraus ist es schwer abzuschätzen, wie lange der Prozess braucht. Manchmal ist eine Coaching-Session schon genug.
  • … sollte ein jederzeit kündbares Coaching anbieten, da ein tiefer Coachingprozess Vertrauen, Freiheit und Sicherheit braucht. Ist das Verhältnis zum Coach gestört, sollte es keine Verpflichtung geben, den Prozess weiterzumachen. 
  • … gibt Aufschluss darauf, wie er/sie sich auf das Coaching vorbereitet. Wie bereitet er/sie es nach? 
  • … gibt eine schriftliche Vertraulichkeitserklärung.

Welche Themen werden am häufigsten im Rahmen eines Coachings behandelt?

Damit beschäftigt sich die Marburger Coaching-Studie. Bei der letzten Studie 2016/17 wurden die folgenden 5 Themen am häufigsten genannt:

UNSERE WEGE ZUR GEEIGNETEN METHODE

Wir sehen es als unsere Aufgabe gemeinsam mit unserem Gegenüber eine Methode zu finden, die im jeweiligen Moment und für die konkrete Fragestellung am effektivsten ist. Dabei haben wir immer das gewünschte Ziel vor Augen. Geht es darum die Lebensqualität zu steigern, entscheiden wir uns häufig für Coaching. Bei der Steigerung der Arbeitsqualität setzen wir auf Supervision, geht es um reine Wissensvermittlung geht, nutzen wir Training als Methode.

Von MagnoliaTree konzipierte und durchgeführte Workshops sind nie nur Training bzw. bloße Wissensvermittlung. Es gibt kein fix fertiges Seminarkonzept, das wir schnell aus der Schublade ziehen und unzählige Male reproduzieren. Vielmehr geht es uns darum, bestehendes Wissen durch soziales Lernen unter Berücksichtigung der Gruppendynamik zu nutzen und zu teilen. Aus unserer Erfahrung ist es nachhaltig und langfristig erfolreicher von- und miteinander zu lernen, anstatt in kurzer Zeit mit einer Fülle von theoretischem Wissen überladen zu werden. Wir sehen uns als Impuls:geberinnen und Rahmenschaffer:innen für würdevolle Veränderungsprozesse, bei denen man in ein Spüren kommt und Wissen nicht nur geborgt, sondern vor allem eine felt und lived experience ist.

Alle Interventionen müssen für uns das Herz berühren. Sie müssen erlebt werden. Sie müssen die Lebensqualität erhöhen. Jetzt und in Zukunft.

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