Was wir über Glück wissen sollten

Von Sabine Gromer

„Glück ist eine Lebenshaltung auf deinem Weg, nicht das, was du am Ziel findest.“

Das schreibt der Glücksforscher und  Bestseller-Autor Shawn Achor.

Doch was ist Glück und vor allem, wie schaffen wir es glücklich und damit wissenschaftlich nachgewiesen um 31% produktiver als Menschen zu sein, die mit einer negativen oder neutralen Denk-weise durchs Leben gehen?

Um eines vorweg klarzustellen, ich finde den deutschen Begriff „Glück“ eigentlich unglücklich gewählt, doch in Ermangelung einer besseren Übersetzung für das englische Wort „Happiness“, werde ich ihn in diesem Artikel verwenden. Was aber meine ich, wenn ich von Glück schreibe? Definitiv nicht das Gegenteil von Pech, denn das zufällige Glück können wir nicht beeinflussen. Unter Glück versteht man auch ein subjektives Wohlbefinden, das wir entweder in einer kurzen Zeitspanne erleben – bspw. wenn wir etwas Gutes essen oder mit Freund:innen beisammen sind – oder dauerhaft empfinden. Das dauerhaft gefühlte Wohlbefinden kommt dem englischen Begriff „Happiness“ am nächsten und genau um dieses geht es mir in diesem Artikel.

Glück = Lebensqualitätssteigerung

Die Glücksforschung und die Wissenschaftler:innen der positiven Psychologie befassen sich schon seit Jahren mit dem Thema Glück. Sie stellen sich die Frage, wie Menschen, die zufrieden und innerlich ausgeglichen sind, mit schwierigen Situationen umgehen. Welche Werkzeuge haben solche Menschen und wie schaffen sie es, ein zur Hälfte befülltes Glas Wasser als halb voll  statt halb leer zu sehen? Um Glück zur Säule Ihrer Lebensqualität zu machen, braucht es allerdings mehr als bloße Affirmationen. Eine positive Grundhaltung erreicht man nicht durch runtergebetete „ich-denk-mich-glücklich-Mantras“, die keine innere Ausrichtung bewirken und stets unauthentisch bleiben. Sparen Sie sich die Mühe. Glück braucht mehr.

Die Torte des Glücks

Eine Studie aus den USA ergab, dass etwa 50% der Lebens-zufriedenheit auf die Genetik und 10% auf externe Umstände zurückzuführen sind. In den restlichen 40% steckt nun das Potenzial unsere Lebensqualität aktiv zu steuern.

Wozu Glück überhaupt?

Glück steht im Zusammenhang mit einer niedrigeren Herzfrequenz und einem niedrigeren Blutdruck, glückliche Menschen werden seltener krank, sie sind besser vor Stress geschützt, weil sie weniger Cortisol ausschütten, neigen weniger zu Schmerzen, Schwindel, Muskelverspannungen und Sodbrennen und leben länger. Mehr noch: Glück macht erfolgreich. Immerhin sind wir mit einer positiven Grundhaltung – wie bereits oben erwähnt – um satte 31% produktiver. Dabei muss es kein „natürliches“ Glück sein. Wir wissen, dass die „experimentelle Verstärkung“ positiver Emotionen auch zu besseren Ergebnissen am Arbeitsplatz beiträgt. Menschen, die mit ihrer Arbeit zufrieden sind, kündigen seltener und haben weniger Krankenstände. Dabei sind Glück und Arbeitsleistung eng miteinander verbunden: glückliche Menschen leisten bessere Arbeit, und Menschen, die gute Arbeit leisten, sind eher glücklich.

GOOD NEWS

Die Wissenschaft ist klar. Wir können unser Glücksniveau durch gewisse Maßnahmen steigern.

Wie steigert man Glück?

Meine persönlichen Favoriten zur Steigerung des Glücksempfindens

Verbindung mit Menschen

In einer seit über 80 Jahren geführten Studie der Harvard University wird deutlich, dass zwischenmenschliche Beziehungen der Hauptschlüssel zum Glück sind. Umso wichtiger ist es, seine zwischenmenschlichen Beziehungen zu pflegen, Menschen um sich zu haben, von denen man sich getragen und geliebt fühlt. Nichts ist effektiver.

Anderen Gutes tun

Menschen, die anderen etwas Gutes tun, steigern ihr Glücksempfinden erwiesenermaßen deutlich. Sogenannte „random acts of kindsness“ – einer alten Frau über die Straße helfen, jemandem etwas schenken etc. – führen zu einer erhöhten Ausschüttung von Oxytocin und Dopamin, was wiederum zu einer Steigerung der Lebenszufriedenheit führt.

Nutzen Sie Ihre Stärken

Finden Sie heraus, was Ihre Stärken sind – bspw. anhand des CliftonStrengths Finder, und versuchen Sie, sie täglich einzusetzen.

Dankbarkeitsübungen

Legen Sie sich ein Dankbarkeitsgefäß zu, das Sie mit Notizen von und Andenken an schöne(n) Momente(n) befüllen. Leeren Sie es am Ende eines Jahres und kleben Sie den Inhalt in ein Buch.

Betreiben Sie Psychohygiene

Denken Sie einmal darüber nach, was Ihnen dabei hilft sich gut zu füllen. Bei mir sind das ein Stück Schokolade, schöne Musik oder eine Folge Pumuckl. Setzen Sie diese Dinge ein, um nicht ins tiefe Tal des Unglücks abzusteigen und oft selbst kreierte Dramen zu vermeiden.

Visionboard

Am Ende jedes Jahres erstelle ich Visionboards darüber, wie ich mich im neuen Jahr fühlen will. Das stärkt die innere Ausrichtung und gibt Glücksmomente.

Gefühle zulassen.

Wer Gefühle zulässt und sie nicht wegdrückt – auch wenn’s im Moment schwer sein kann, sie zu durchleben – dem wird es de facto langfristig besser gehen. Also, lassen Sie sie zu.

Wir werden nicht glücklich geboren, wir können uns Glück nicht kaufen, aber wir haben das Glück in unserer Hand und können es so formen, dass es uns besser und erfolgreicher durchs Leben führt. Arbeiten Sie daran.

Glückauf.

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Neue Mitarbeiterin Administration & Projektmanagement

MagnoliaTree ist in den vergangenen Monaten erheblich angewachsen. Das ist natürlich überaus erfreulich, doch ist es nicht ganz ohne Stolpersteine einhergegangen. Das bisherige Office-Management war den Herausforderungen einer wachsenden Organisation leider nicht gewachsen und so mussten wir uns erneut auf die Suche nach einer geeigneten Person für diese sehr verantwortungsvolle Rolle begeben. Zum Glück sind wir schnell fündig geworden. Wir möchten Ihnen das neue Office-Management-Team nunmehr vorstellen. 

Mag.a Sarah Pirchner

unterstützt nun ab 1. April das Büroteam. Aufgrund eines noch aufrechten Arbeitsverhältnisses wird sie dies bis Ende Mai nur in eingeschränktem Ausmaß tun können. Ab Juni wird sie die Büroleitung, sämtliche administrative Aufgaben und das Projektmanagement übernehmen. Sarah war zuletzt Referentin und Trainingskoordinatorin bei einer europäischen Fluglinie, ist Magistra in Mediation und Konfliktbearbeitung und diplomierte Tourismuskauffrau. Schon in der Vergangenheit hat sie erfolgreich Büros geleitet und als Assistentin der Geschäftsführung gearbeitet. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Sarah mit ihren vielen Kompetenzen und ihrer kommunikativen Persönlichkeit den Teamgeist bei MagnoliaTree bereichern wird. 

Ab 1. Juni wird Sarah unter der E-Mail-Adresse office@magnoliatree.org erreichbar sein. 

Meet Sigrid Eghøj

Sigrid wohnt in Kopenhagen und hat einen Bachelor-Abschluss in Psychologie. Außerdem hat sie Betriebswirtschaft studiert und in den letzten zwei Jahren in der Landwirtschaft gearbeitet. Sie arbeitet hauptsächlich mit Schafen in einer Wollfabrik und ist ein praktischer Mensch. Sie erhielt eine Auszeichnung als Dänische Biolandbau-Studentin des Jahres 2021.

Sie wird den Sommer über bei MagnoliaTree in Österreich sein, um Elke bei der Entwicklung der Akademie zu unterstützen.

Fun fact über Sigrid: Sie schwimmt am liebsten im Winter, wenn weniger Menschen am Strand sind.

Revolutionäre Frauen des 20. Jahrhunderts

Illustration von Daliana Ilies

Artikel von Daliana Ilies

Heute möchte ich über die revolutionären Frauen des 20. Jahrhunderts sprechen, die enorm viel für die Rechte aller Frauen erreicht haben, und auch darüber, wie wir dazu gekommen sind, überhaupt einen Internationalen Frauentag zu feiern. Ich bin keine Historikerin und auch keine Expertin auf diesem Gebiet. Doch meine Neugier hat mich dazu bewogen mich in eine stundenlange Recherche zu stürzen, um mehr zu erfahren. Darüber hinaus bin ich eine Frau , die zu verstehen versucht, warum wir uns an diesem Punkt befinden, und die hoffentlich lernt, wie wir unsere Ziele als Einheit erreichen können.

Bitte nehmen Sie sich kurz Zeit, schließen Sie die Augen und versuchen Sie, sich eine fünfzigjährige Frau vorzustellen, die um 1900 in Westeuropa lebte. Stellen Sie sich nun diese Frau als eine marxistische Theoretikerin, eine kommunistische Aktivistin und – was am wichtigsten ist – eine Verfechterin der Rechte der Frauen vor. Nicht zuletzt stellen Sie sich diese Frau als Teil der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland vor.

Clara Zetkin

Ihr Name ist Clara Zetkin, und sie war eine der wenigen Frauen, die es in einen männerdominierten politischen Kreis geschafft hat. Sie begann, Konferenzen zu veranstalten, um Frauenfragen zu erörtern, und organisierte 1907 die erste Internationale Konferenz sozialistischer Frauen in Stuttgart, Deutschland. Ihr Hauptziel war es, Frauen in die Arbeitswelt einzubinden, und sie als Teil der Arbeiterrechtebewegung zu machen, um ihnen eine Möglichkeit zu geben, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Dies setzte einen Trend in Gang. Fast zeitgleich wurde in den USA am 28. Februar 1909 der erste Frauentag ausgerufen, und die Straßen von New York waren voll mit Frauen, die für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen protestierten.

1910 fand eine zweite Internationale Konferenz der arbeitenden Frauen statt. Damals trafen sich über 100 Delegierte aus der ganzen Welt in Kopenhagen. Zetkin setzte sich für die Idee eines internationalen Frauentags ein, und die Abstimmung fiel einstimmig aus, was bedeutete, dass es endlich einen Tag gab, an dem sich Frauen organisieren und für gleiche Rechte eintreten konnten.

Noch interessanter sind einige andere revolutionäre Ideen, die auf der Konferenz diskutiert wurden:

  • der 8-Stunden-Arbeitstag
  • Schwangere Frauen sollten 8 Wochen vor der Entbindung aufhören zu arbeiten
  • Frauen sollten eine „Mutterschaftsversicherung“ von 8 Wochen erhalten, sobald das Kind geboren war

Diese Konferenz war somit die Geburtsstunde der Ideen über Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub, wie wir sie heute in den meisten entwickelten Ländern kennen und weiterdenken.

Rose Schneidermann

Die allererste europäische Feier zum Internationalen Frauentag fand 1911 in Wien statt. Nur ein Jahr später gingen in Deutschland mehr als eine Million Frauen auf die Straße. Und der Trend setzt sich in Amerika fort, diesmal ausgelöst durch Rose Schneidermann, die darauf bestand, dass Arbeiterinnen mehr als nur Löhne zum Überleben brauchen; sie brauchen auch Würde und angemessene Arbeitsstandards. Da der Erste Weltkrieg immer näher rückte, beschlossen viele Länder, den Feiertag zu streichen, um den Frieden an der Heimatfront zu wahren. Um sich dem Krieg entgegenzustellen, organisierte Zetkin 1915 die dritte und letzte Sozialistische Frauenkonferenz.

Zugegen war auch Nadezhda Krupskaya, von der Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie von ihrem Mann gehört haben: Wladimir Lenin. Das Paar erklärte, dass der Krieg nur den Reichen und den Waffenherstellern zugute kam. Traurigerweise ging der Krieg trotz all ihrer Bemühungen weiter.

Alexandra Kollontai

1917 begann die dramatischste Feier des Internationalen Tages der Arbeit in Russland, angeführt von der Feministin Alexandra Kollontai. Warum?

Die Zahl der Frauen, die in den Fabriken, vor allem in der Textil- und Chemieindustrie, arbeiteten, war sprunghaft angestiegen, weil die Männer im Krieg waren. Die Frauen, die sie ersetzten, erhielten nur die Hälfte des Lohns, obwohl sie lange unter schrecklichen Bedingungen arbeiteten. Am 23. Februar oder in unserer Zeitrechnung am 8. März stürmten die Frauen die Straßen von Petrograd und streikten gegen Krieg, Hunger und den Zaren. Zwei Tage später stand fast die gesamte Industrie in Petrograd still. Der Protest war nicht mehr nur auf Frauen oder Arbeiter beschränkt. Studenten, Lehrer und viele andere schlossen sich ihnen an. Die Zaren reagierten darauf, indem sie dem Militär befahlen, sie notfalls zu erschießen. Doch die Proteste konnten nicht gestoppt werden.

Diese Frauen haben mich sehr bewegt und inspiriert, weil es ihnen gelungen war, ganze Regimente davon zu überzeugen, die Seiten zu wechseln und sich ihnen anzuschließen. Sie gingen auf die Straße und riskierten, beschossen und getötet zu werden. Dies war der Beginn der russischen Februarrevolution. Doch es war die Bewegung der Frauen, die sie überhaupt in Gang setzte. Aber darüber lernen wir in der Schule nicht wirklich etwas, oder? Eine Woche nach der „Feier“ dankte Zar Nikolaus II. ab und beendete damit die rund 300 Jahre währende Herrschaft der Romanows über Russland.

Russland war eine der ersten Regierungen einer Großmacht, die Frauen das Wahlrecht gewährte. 1921 wurde offiziell beschlossen, den 8. März zum Internationalen Frauentag zu erklären. Lenin und Zetkin machten ihn 1922 zu einem kommunistischen Feiertag, und im selben Jahr begannen auch die Kommunisten in China, ihn zu feiern. Schließlich wurden alle Fortschritte von Stalin 1936 zunichte gemacht, indem er das Wahlrecht für Frauen aufhob und darüber hinaus auch noch die Abtreibung verbot. Und auch die USA machten Rückschritte. Nachdem ihnen alles, was mit dem Kommunismus in Verbindung stand, zuwider war, strichen sie den Frauentag aus ihrem Kalender.

Lilian Ngoyi

Südafrika feiert den Weltfrauentag gleich zweimal im Jahr und hebt sich damit von Europa ab. Ein Grund mehr einer weiteren furchtlosen Frau Achtung zu zollen: Lilian Ngoyi. Ngoyi, die auch als Mutter des schwarzen Widerstands bekannt ist, war die erste Frau, die in das Exekutivkomitee des Afrikanischen Nationalkongresses gewählt wurde, und trug dazu bei, die Föderation der südafrikanischen Frauen zu gründen. Ihre Energie und ihre Begabung als öffentliche Rednerin verschafften ihr schnell Anerkennung. Am 9. August 1956 (einem der Daten, an denen in Südafrika der Internationale Tag der Arbeit gefeiert wird) führte sie den Anti-Pass-Marsch der Frauen an, eine der größten Demonstrationen in der Geschichte Südafrikas. Mit Tausenden von Petitionen in der Hand war Ngoyi diejenige, die an die Tür des Premierministers klopfte, um die Petitionen zu übergeben. Sie wird schließlich zusammen mit 156 anderen führenden Persönlichkeiten wegen Hochverrats verhaftet.

Jetzt, im Jahr 2022, verdienen wir als Frauen weniger als unsere männlichen Kollegen; wir sind in Politik und Wirtschaft unterrepräsentiert. Am erschreckendsten ist, dass wir immer noch einem erheblichen Gewaltrisiko ausgesetzt sind und dass Frauen sich oft allein um die Familie kümmern müssen. Es ist also überfällig, dass unsere Generation aufsteht und das fortsetzt, was diese mutigen Frauen geschaffen haben, um die Freiheit zu erlangen, die wir alle in allen Bereichen des Lebens längst verdienen.

QUELLEN:

  • https://time.com/5187268/international-womens-day-history/
  • https://www.youtube.com/watch?v=m_UjYOfmkn8
  • https://www.sahistory.org.za/people/lilian-masediba-ngoyi
  • https://www.encyclopedia.com/women/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/ngoyi-lilian-1911-1980
  • https://www.youtube.com/watch?v=irUOrXkzoBg
  • https://www.youtube.com/watch?v=7gb3ioatsSc
  • https://www.cambridge.org/core/journals/slavic-review/article/february-23-and-march-8-two-holidays-that-upstaged-the-february-revolution/44C5064AA9665B7AF449078151FD6AE6
  • https://www.dhm.de/lemo/biografie/clara-zetkin
  • https://www.youtube.com/watch?v=IEQiHlrxy94

Was ist Coaching?

Von Elke Pichler

Wir als Coaches sind biased, unsere Einstellung zum Thema Coaching ist subjektiv. Wir sind vom Potenzial der Innenschau und Reflexion überzeugt. Bei MagnoliaTree ist Coaching DAS zentrale Instrument unseres Tuns. Höchste Qualitätsansprüche, laufende Evaluierungen und Weiterbildungen und eine langfristige Zusammenarbeit stehen für uns im Mittelpunkt.

Weil das Angebot auf diesem Feld aber recht unüberschaubar und diffus ist, haben wir uns dazu entschlossen, einen Artikel zur Definition und Abgrenzung von Coaching zu verfassen. Wir wollen eine Orientierungshilfe geben, die allen Coaching-Suchenden dabei helfen soll, sich in diesem Feld zurecht zu finden.

Die Nachfrage nach Coaching steigt. Besonders unter Menschen, die sich mit Herausforderungen in ihrer Aufgabe als Führungskraft konfrontiert sehen. Auch die Zahl der Coaches nimmt zu. Wer auf der Suche nach einem Coach ist, konsultiert oft das Internet.

Doch, wenngleich die Nachfrage steigt und man von diesem hochsensiblen Thema höchste Qualitätsstandards erwartet, ist von einer Professionalisierung der Branche noch zu wenig zu merken. ‚Coach‘ ist kein geschützter Begriff, kein qualifizierender Beruf. Es gibt unzählige Ausbildungsinstitute und Optionen mit einer weiten die Qualität betreffenden. Und genau das macht das Feld der Anbieter so unendlich, wie undurchsichtig.

Wo also beginnen, wenn schon die Definition des Coachings nicht klar ist?

Ist es noch ein Coaching, wenn mehr als zwei Personen involviert sind? Lernt man etwas von Coaches oder nur von Trainer:innen? Wäre eine Supervision nicht sinnvoller? Und was können Menschen eigentlich, die sich Coaches nennen? Oder besser gesagt, was sollten sie mindestens können? Und woran erkenne ich die Qualität eines Coaches?

Der Ursprung des Coaching

Der Begriff Coaching wurde im Spitzensport geprägt: Sportler:innen werden individuell oder in Teams von Coaches betreut und begleitet. Diese Betreuung ist sowohl fachlich als auch psychologisch angelegt, und unterstützt die Sportler:innen dabei, im entscheidenden Moment Höchstleistungen zu erbringen. Die Coaches sind Expert:innen und meist selbst in der entsprechenden Disziplin aktiv (gewesen).

In den 1980er Jahren begannen sich Coachings außerhalb des Spitzensports zu etablieren. Doch erst ca 20 Jahre später wurde daraus ein richtiger Trend und ein signifikanter Anstieg der empirischen Forschung zu diesem Thema entstand . So gab es in den Jahren 2003 bis 2008 im englischen Sprachraum gleich fünf neue Fachzeitschriften zum Thema .

Was versteht die Wissenschaft unter Coaching?

Die Wissenschaft nähert sich dem Thema über unterschiedliche Dimensionen: Siegfried Greif  beschreibt Coaching als eine besondere Form bzw. Methode der personenorientierten Beratung. Die Aufgabe der Coaches ist es, bei der Lösungsfindung oder der Bewältigung diverser Themen zu unterstützen und persönlich zu beraten, dabei aber weniger Lösungen anzubieten, sondern mehr zur eigenen Lösungsfindung. Ziele von Coachings können Problemlösungen oder die Weiterentwicklung von Kompetenzen bzw. Einstellungen sein  Coaching ist auch aus Sicht der Wissenschaft vielfältig und weist eine hohe Heterogenität auf. Es handelt sich um eine individuelle und für die Klient:innen maßgeschneiderte Form der Beratung, die von Coaches an die sich verändernden Bedürfnisse des Gegenübers angepasst wird . Coaching soll immer auf freiwilliger Basis passieren .

In jedem Fall ist Coaching ein Element der positiven Psychologie. Namens-geber der positiven Psychologie war Martin Seligman in seiner Rolle als Präsident der American Psychological Association. Prominent wurde die Strömung der positiven Psychologie durch eine Sonderausgabe des Fachjournals „American Psychologist“ im Jahr 2000.

Das große Ziel der positiven Psychologie ist zu erforschen, wie Menschen zufrieden und erfolgreich leben und welche Interventionen sie dabei unterstützen können. Coaching kann eine dieser Interventionen sein, um die Zufriedenheit zu stärken und Motivation zu steigern .

Welche Mindestanforderungen soll an Coaches gestellt werden?

Die Anforderungen an Coaches haben sich im deutschsprachigen Raum über die letzten Jahre hinweg kaum verändert.

Walter Schwertl  sieht Coaches in mehreren Rollen. Die Person ist Initiator:in, Motivator:in und Taktgeber:in für einen kommunikativen Prozess, deren Aufgabe es ist, Klient:innen zu Handlungserfolg im jeweiligen Kontext zu verhelfen. Dieser Erfolg soll durch von Coaches begleitete intrapersonale Prozesse erreicht werden.

Gerade im Bereich des Executive Coachings sind Coaches in ihrer Funktion als Impulsgeber:innen sehr gefragt. Wichtig ist es, dass sie dabei neutral agieren und stets auf Augenhöhe mit ihren Coachees bleiben.

Im mittleren Management sollen Coaches eher mehr Orientierung und Anleitung zur Selbsthilfe geben.  In allen Bereichen ist für ein erfolgreiches Coaching die Beziehung zwischen Coach und Coachee, die auf Authentizität, Partnerschaft, Vertrauen und Verantwortung beruht, ausschlaggebend.  .

UNSERE CHECKLISTE FÜR ERFOLGREICHES COACHING

Der/Die Coach …

  • … ist bereit zu einem kostenlosen Erstgespräch.
  • … ist transparent über die Ausbildungen und Ausbildungsrichtungen (idealerweise ist ein Coach in unterschiedlichen Richtungen ausgebildet)
  • … hat mehrere Handwerkszeuge. 
  • … bietet Coaching, das mehr als bloße Pediküre und kein Abo, sondern individuell und effektiv ist. Daher sollten keine Paketpreise angeboten werden. Im Voraus ist es schwer abzuschätzen, wie lange der Prozess braucht. Manchmal ist eine Coaching-Session schon genug.
  • … sollte ein jederzeit kündbares Coaching anbieten, da ein tiefer Coachingprozess Vertrauen, Freiheit und Sicherheit braucht. Ist das Verhältnis zum Coach gestört, sollte es keine Verpflichtung geben, den Prozess weiterzumachen. 
  • … gibt Aufschluss darauf, wie er/sie sich auf das Coaching vorbereitet. Wie bereitet er/sie es nach? 
  • … gibt eine schriftliche Vertraulichkeitserklärung.

Welche Themen werden am häufigsten im Rahmen eines Coachings behandelt?

Damit beschäftigt sich die Marburger Coaching-Studie. Bei der letzten Studie 2016/17 wurden die folgenden 5 Themen am häufigsten genannt:

UNSERE WEGE ZUR GEEIGNETEN METHODE

Wir sehen es als unsere Aufgabe gemeinsam mit unserem Gegenüber eine Methode zu finden, die im jeweiligen Moment und für die konkrete Fragestellung am effektivsten ist. Dabei haben wir immer das gewünschte Ziel vor Augen. Geht es darum die Lebensqualität zu steigern, entscheiden wir uns häufig für Coaching. Bei der Steigerung der Arbeitsqualität setzen wir auf Supervision, geht es um reine Wissensvermittlung geht, nutzen wir Training als Methode.

Von MagnoliaTree konzipierte und durchgeführte Workshops sind nie nur Training bzw. bloße Wissensvermittlung. Es gibt kein fix fertiges Seminarkonzept, das wir schnell aus der Schublade ziehen und unzählige Male reproduzieren. Vielmehr geht es uns darum, bestehendes Wissen durch soziales Lernen unter Berücksichtigung der Gruppendynamik zu nutzen und zu teilen. Aus unserer Erfahrung ist es nachhaltig und langfristig erfolreicher von- und miteinander zu lernen, anstatt in kurzer Zeit mit einer Fülle von theoretischem Wissen überladen zu werden. Wir sehen uns als Impuls:geberinnen und Rahmenschaffer:innen für würdevolle Veränderungsprozesse, bei denen man in ein Spüren kommt und Wissen nicht nur geborgt, sondern vor allem eine felt und lived experience ist.

Alle Interventionen müssen für uns das Herz berühren. Sie müssen erlebt werden. Sie müssen die Lebensqualität erhöhen. Jetzt und in Zukunft.

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Lass ihn los, er kommt zu dir

Was ich mit Anfang 20 über Erfolg hätte wissen sollen/wollen. Sabine Gromer schreibt an ihr jüngeres Ich einen Brief über Erfolg, der als Fata Morgana begonnen, sich jedoch zum Boomerang gewandelt hat.

Wir wollen ihn, wir laufen ihm hinterher, wir beneiden andere darum, wir glauben für kurze Momente, ihn erreicht zu haben, und schon rückt er wieder in weite Ferne. Erfolg. Kurz, prägnant, jedoch schwammig und irgendwie wie eine Fata Morgana.

ERFOLG

Der Duden spricht von ihm als positives Ergebnis einer Bemühung und das Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung. Das Gabler Wirtschaftslexikon defniert ihn als „das i.d.R. in monetären Größen erfasste bzw. ausgedrückte Ergebnis des Wirtschaftens“. Wenn ich „Was ist Erfolg?“ auf Englisch google, werden mir 3,81 Milliarden Ergebnisse ausgespuckt.

Wir wollen ihn, wir laufen ihm hinterher, wir beneiden andere darum, wir glauben für kurze Momente, ihn erreicht zu haben, und schon rückt er wieder in weite Ferne. Erfolg. Das Licht am Ende des Horizonts. Kommen wir dort an, fühlen wir uns glücklich. Für einen Moment gibt er uns alles, Freude, ein Hochgefühl. Jedoch nur für kurze Zeit. Denn kaum haben wir ihn erreicht, rückt der Horizont in weitere Ferne. Gleich einer Fata Morgana. Wir scheinen nie anzukommen. Wenn ich erst dies erreiche, wenn ich erst auf dieser Position bin, wenn ich erst so viel verdiene, dann bin ich glücklich. Doch kommen wir dort an, erreichen wir all diese Dinge, stellen wir neue Bedingungen.

Von dieser „Wenn/dann“-Formel profitieren ganze Systeme, und auch für meine Coaching-Klient:innen ist diese „Wenn/dann“-Programmierung immer wieder ein Thema. Aus meiner Sicht ist sie gefährlich, trügerisch und schadet uns nur.

Vor zwanzig Jahren noch war ich selbst in ihr gefangen, angetrieben von extrinsischen Motivationsfaktoren, einem äußeren Mechanismus, weit entfernt von einem inneren Kompass. Erfolg war für mich ein dickes Gehaltskonto, die Anzahl der mir unterstellten Mitarbeiter:innen, mein Flugstatus und materielle Dinge, die ich angehäuft hatte.

Diesem jungen Ich und all jenen, die am Beginn

ihrer Karriere im Außen nach Anerkennung streben, möchte ich an dieser Stelle gerne einen offenen Brief schreiben. Es ist ein Brief, wie ich ihn mir am Beginn meiner Karriere gewünscht hätte.

Liebes jüngeres Ich, liebe:r Leser:in,

ich schreibe Dir, weil ich möchte, dass Du verstehst, dass Du nicht leisten musst, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Du musst nicht funktionieren, um geliebt zu werden. Du musst vor allem nicht an ein System angepasst sein, das dich nicht nährt. Heute weiß ich, dass alles möglich ist, wenn du es nur von innen herauswachsen lässt. Der Sinn des Lebens ist zu leben. Einfach nur zu sein. Freude zu spüren. Beziehungen zu leben, sie zu genießen. Atmen. Wenn du Erfolg vom Außen abhängig machst, von deinem Konto, der nächsten Beförderung, Anerkennung, Status, wirst du zu einer Getriebenen werden. Erfolg muss so nicht sein. Erfolg kann auch ein Boomerang sein, dem du nicht hinterherjagen musst, der von allein zu dir kommt. Ganz ohne Hecheln und Abmühen. Ich würde dir gerne fünf Leitsätze auf deinem Weg zum Erfolg mitgeben.

  1. Sei gelassen und mutig. Lerne, Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kannst und finde stattdessen den Mut, Dinge zu ändern, die du ändern kannst.
  2. Vergleiche nicht. Hör auf, dich mit anderen zu vergleichen, dich an deren Erfolg zu messen. Erfolg ist kein Seitwärtsschauen, kein Sichmessen an Konkurrent:innen und Vorgesetzten. Das frisst deine Energie unnötig auf. Lerne, dein eigener Maßstab zu sein.
  3. Lass los. Dazu möchte ich dir eine Parabel erzählen. „Ein junger und ein alter Mönch kommen an einen Fluss. Dort steht eine junge Frau, die sich davor fürchtet, den Fluss zu durchqueren. Ohne zu zögern, trägt der alte Mönch sie zum anderen Ufer. Die beiden Mönche setzen ihre Reise fort. Stunden später konfrontiert der junge Mönch den alten: ‚Du weißt doch, dass es uns als Mönche nicht erlaubt ist, Frauen anzufassen! Wie konntest du nur?‘ Der alte Mönch antwortet: ‚Ich habe die Frau vor Stunden am Ufer des Flusses abgesetzt – warum trägst du sie immer noch mit dir herum?'“ Es ist ungemein wichtig, Missmut und Wut nicht auf Dauer mit sich herumzutragen und Frustrationen gehen zu lassen.
  4. Innen vor außen. Wir lassen uns immer wieder zu sehr von externen Motivationsfaktoren leiten. Wir machen Erfolg zu sehr vom Außen abhängig. Aber das Außen ist keine Referenz für Erfolg. Anstatt den Fokus aufs Ausmerzen von vermeintlichen Schwächen zu lenken, ist es sinnvoller, seine Stärken gezielt einzusetzen. Tipp: Das CliftonStrenghts Assessment hilft uns dabei, unsere Stärken zu erkennen.
  5. Kreiere Visionen. Sei offen für alles, was kommt, schaff dir aber trotzdem Visionen. Visualisiere mithilfe von Visionboards, in welcher Qualität du leben und arbeiten möchtest. Ein Visionboard ist ein unglaublich starkes Erfolgstool, um seine Ziele zu erreichen.

Meine Karriere hat erst richtig begonnen, als ich Erfolg nicht länger als meinen Lebensauftrag gesehen habe. Mein Auftrag ist es, zu leben, einfach nur zu sein. Mein Auftrag ist es, mein Leben, meine Lebendigkeit und Gesundheit zu leben und diesen Weg möglichst freudvoll zu gestalten. Erkennst auch du dies, wird der Erfolg von alleine zu dir kommen. An diesem Punkt wird aus der Fata Morgana ein Boomerang. Lass ihn los, und er kommt zu dir.

Neue Podcast-Bonusfolge: Bad Santa

Haben Sie sich jemals über die Führungsqualitäten des Weihnachtsmanns gewundert? 

Suchen Sie nicht weiter! In unserer (bisher) witzigsten Podcast-Folge haben unsere Kolleginnen Augustine Pasin & Elke Pichler genau das diskutiert. Ihr Urteil fällt nicht gerade positiv aus. Genießen Sie 16 Minuten, die Sie zum Lachen bringen werden.

Neu im Team: Elke Pichler

Wir von MagnoliaTree sind überglücklich Elke Pichler als neues Team-Mitglied begrüßen zu dürfen. Sie ist eine unglaubliche Bereicherung und wird die MagnoliaTree Academy leiten.

Herzlich Willkommen, liebe Elke!

Elke Pichler ist Beraterin, Trainerin und Coach. Bei MagnoliaTree leitet sie die MagnoliaTree Academy, zu der wir demnächst weitere Infos veröffentlichen. Sie ist Gründerin von impactory, der größten, österreichischen Spendenplattform und YTILI-Fellow 2021/22. 

In allen ihren Rollen sind Wertschätzung, Neugier und Offenheit Richtschnur für sie. Sie studierte Immobilienwirtschaft, Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie, ist ausgebildete Persönlichkeitstrainerin und systemischer Coach. In diesen Rollen begleitet sie unterschiedliche Organisationen, trägt an Hochschulen vor und ist Mentorin für Studierende und GründerInnen. 

Stress lass nach

Unternehmerische und individuelle Wege zur Stressreduktion

Neun von zehn Arbeitnehmer:innen geben an, dass sich Stress am Arbeitsplatz negativ auf ihr Wohlbefinden und ihre mentale Gesundheit auswirken würde. Gleichzeitig können drei von fünf Arbeitnehmer:innen nicht auf Unterstützung von ihren Vorgesetzten zählen, wenn es um die Bewältigung von Stress geht. Und das, obwohl dauerhafter Stress über kurz oder lang zu körperlichen Erkrankungen führt und am Ende einer Spirale aus jahrelangem Stress ins Burn-out. 

Diese Statistik macht eines sehr deutlich: Der Stressfaktor Nummer eins ist Arbeit, egal ob es nun um die Arbeitslast, die fehlende Sicherheit des Arbeitsplatzes oder eine mangelnde Work-Life-Balance geht.

Und: der Stress hat laut The American Insitute of Stress, das seit 1998 regelmäßig Studien zum Thema durchführt, in den letzten Jahrzehnten nachweislich zugenommen. Der Fakt, dass uns Stress krank macht, ist weithin bekannt; so bekannt, dass in New York, Los Angeles und anderen US-Städten Polizeibeamte, die am Arbeitsplatz oder außerhalb des Dienstes einen Herzinfarkt erleiden, entschädigt werden, weil Herzinfarkte als durch Stress ausgelöste arbeitsbedingte Schäden gelten.

Aber wäre es nicht sinnvoller, stressauslösende Arbeitsbedingungen so weit als möglich zu minimieren, damit nicht länger 40% der Arbeitnehmer:innen ihren Job als extrem stressig erleben? 

Laut einer Studie des American Institute of Stress kostet Stress am Arbeitsplatz jährlich 300 Milliarden Dollar an Produktivitätsverlusten. Spätestens an diesem Punkt sollten Leader verstehen, warum es so wichtig ist, sich mit dieser Thematik zu befassen und entsprechende Schritte setzen.

Worauf ist Stress am Arbeitsplatz zurückzuführen?

Es sollte eine selbstverständliche Aufgabe jedes Unternehmens sein, sich mit stressauslösenden Faktoren im Unternehmen auseinanderzusetzen und entsprechende Schritte zu setzen, um diese – wo geht – auszumerzen. Finden Sie mithilfe eines Risikomanagementkonzepts heraus, welche Stressauslöser sich, wo in Ihrer Unternehmenskultur befinden und welche Ursachen sie haben.

Darauf sollten Sie insbesondere schauen

Ursachen für arbeitsbedingten Stress

Einige der Faktoren, die häufig zu arbeitsbedingtem Stress führen, sind:

  • Lange Arbeitszeiten
  • Hohe Arbeitsbelastung
  • Veränderungen innerhalb der Organisation
  • Knappe Fristen
  • Änderungen der Aufgaben
  • Unsichere Arbeitsplätze
  • Mangel an Autonomie
  • Langweilige Arbeit
  • Unzureichende Fähigkeiten für die Arbeit
  • Übermäßige Beaufsichtigung
  • Unzureichendes Arbeitsumfeld
  • Mangel an geeigneten Ressourcen
  • Mangel an Ausrüstung
  • Wenig Aufstiegsmöglichkeiten
  • Belästigung
  • Diskriminierung
  • Schlechte Beziehungen zu Kollegen oder Vorgesetzten
  • Krisensituationen 

10 Schritte zu einer stressfrei(er)en Arbeitswelt

1 Work-Life Balance 

Nonstop zu arbeiten, zermürbt und erschöpft Mitarbeiter:innen. Sie brauchen Ruhephasen, um sich auszuruhen und neue Energien zu tanken. Gestalten Sie die Arbeitsplätze Ihrer Belegschaft so, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Leben möglich gemacht wird.

2 Flexible Arbeitsmodelle 

Geben Sie Ihren Mitarbeiter:innen mehr Selbstbestimmung über ihre Arbeitszeiten und erlauben Sie ihnen bei Bedarf auch von zu Hause aus zu arbeiten, wenn sie dies möchten.

3 Klare Strukturen und Rollenverteilung

Mitarbeiter:innen fühlen sich gestresst, wenn sie sich über ihre Aufgaben und Zuständigkeiten nicht im Klaren sind. Schaffen Sie daher eine klare Führungsstruktur, in der alle Beteiligten wissen, wem sie unterstellt sind und wer wofür zuständig ist. Dies wird die Arbeitseffizienz verbessern und zu einem entspannteren Umfeld beitragen. 

4 Kommunikation

Kommunikation spielt eine immens wichtige Rolle in jedem Unternehmen. Wenn Mitarbeiter:innen in der Lage sind, reibungslos mit ihren Kollegen und Vorgesetzten zu kommunizieren, verringert dies Stress erheblich. Stellen Sie sicher, dass alle Kommunikationskanäle innerhalb des Unternehmens ordnungsgemäß funktionieren. Dadurch wird sichergestellt, dass Personen auf anderen Ebenen die richtigen Informationen erhalten.

5 Anerkennung und Engagement

Binden Sie Ihre Mitarbeiter:innen ein. Ein hohes Engagement der Belegschaft führt zu höherer Produktivität und Zufriedenheit. Engagierte Mitarbeiter:innen setzen sich für die Ziele und Werte des Unternehmens ein, und sind auch motiviert, zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Darüber hinaus brauchen Mitarbeiter:innen brauchen Wachstumschancen. Gibt es diese nicht, leiden Arbeitsmoral und Leistung darunter und Stress steigt an. Schaffen sie daher Anerkennungs- und Belohnungsprogramme.  

6 Wellness

Es ist weithin bekannt: Bewegung und ein gesunder Lebensstil sind wichtig, um Stress am Arbeitsplatz abzubauen. Führen Sie betriebliche Wellness-Programme für Ihre Mitarbeiter ein, bspw. in Form von bezahlten Mitgliedschaften in Fitness- und Meditationszentren, gesundem Essen in der Kantine oder kostenlosen Check-Ups.

7 Vermeidung und Deeskalation von Konflikten

Konflikte sind unvermeidlich und gehören zu unserem Arbeitsleben dazu. Gründe für Konflikte können unter anderem Beförderungsmöglichkeiten, Gehaltsstreitigkeiten, das Gefühl mangelnder Wertschätzung und persönliche Differenzen sein. Auch wenn Konflikte nicht gänzlich vermieden werden können, kann man ihnen entgegenwirken und sie abmildern, in dem Sie Konflikte schnellstmöglich angegangen und nicht liegengelassen werden. Das Ignorieren von Konflikten macht sie nur größer. Vermeiden Sie aber auch strafende Reaktionen. Lösen Sie Konflikte und Probleme immer positiv und ohne negative Verstärkung.

8 Ruhe

Lärm ist einer der Hauptauslöser für Stress am Arbeitsplatz. Ein hoher Lärmpegel erhöht Stress dramatisch. Sorgen Sie daher für eine ruhige Umgebung, und treffen Sie Vorkehrungen, um den Lärm so gering wie möglich zu halten. Das können beispielsweise Kopfhörer mit Noise-Cancelling, isolierte Wände und Decken oder schalldämpfende Trennwände zwischen Arbeitsplätzen sein. 

9 Kooperation und Unterstützung

Ein Arbeitsumfeld, in dem es keine Unterstützung gibt, führt zu Stress und schlechter Gesundheit. Stellen Sie sicher, dass Mitarbeiter:innen von ihren Vorgesetzten oder Kolleg:innen angemessen unterstützt werden und fördern Sie eine Kultur der Zusammenarbeit und des Respekts.

10 Unternehmenskultur

Schaffen Sie eine Unternehmenskultur, in der es allen möglich sein sollte, seine Meinung gegenüber jedermann:frau zu äußern, und dies auch willkommen ist. Es braucht eine Umgebung, in der alle Fragen gestellt werden dürfen und diese auch beantwortet werden. 

Und was kann jede:r einzelne:r tun? 

Neben den obengenannten Maßnahmen zur Reduktion von Stress am Arbeitsplatz durch Unternehmen selbst, kann natürlich auch jede:r einzelne:r Schritte setzen, um besser mit Stress zurecht zu kommen. 

Konkrete Schritte zur Stressreduktion auf 3 Ebenen

Körperebene

  • Schlafen Sie ausreichend
  • Bewegen Sie sich
  • Ernähren Sie sich gesund
  • Hören Sie beruhigende Musik
  • Entspannen Sie Ihre Muskeln
  • Atmen Sie richtig

Die Ebene des Geistes

  • Beobachten Sie sich selbst und erkennen Sie, was in Ihnen Stress auslöst
  • Schaffen Sie sich To-Do-Listen und arbeiten Sie diese sukzessive ab
  • Brechen Sie große Aufgaben in kleinere, leichter bewältigbare Teilaufgaben auf
  • Priorisieren Sie. „Stress ist die Unfähigkeit zu entscheiden, was wirklich wichtig ist“ 
  • Schaffen Sie sich gesunde Rituale
  • Holen Sie sich Hilfe

Die Ebene der Seele

  • Sagen Sie öfter Nein
  • Machen Sie Pause von Social Media
  • Akzeptieren Sie Stress als natürlichen Faktor des Lebens
  • Führen Sie positive Selbstgespräche 
  • Machen Sie bewusst Pausen
  • Praktizieren Sie Meditation und Achtsamkeit

Stress wird sich – auch wenn wir uns an alle gut gemeinten Ratschläge halten und diese umsetzen – nicht gänzlich vermeiden lassen. Umso wichtiger ist es, Stress als Teil unseres Lebens anzuerkennen. Vergessen Sie dabei jedoch eines nicht:

Quellen:

https://www.stress.org
Mind the Workplace Report, 2021
https://www.betterhealth.vic.gov.au/health/healthyliving/work-related-stress#what-are-the-main-work-related-stressors
https://www.harishsaras.com/stress-management/20-ways-employers-reduce-stress-at-work/

Remote Leadership: FRED NeXus Gespräch mit Sabine Gromer & Sylvain Newton

Führungskräfte stellen sich auf die „neue Normalität“ ein, aber wie schaffen wir ein förderliches Arbeitsumfeld für unsere gemischte WFH- und persönliche Belegschaft?

Am 18.11.2021 haben Sabine Gromer, Gründerin von MagnoliaTree und Sylvain Newton, Gründer von Newton Consulting am FRED Nexus Event teilgenommen und sich diese Frage gestellt.

Die ersten Studien liegen vor und eine Leistungsklippe zeichnet sich ab: Während die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden während einer COVID-bedingten Heimarbeitszeit um etwa 30 % anstieg, änderte sich die durchschnittliche Leistung nicht wesentlich, und die Produktivität sank um etwa 20 %.

Viele Unternehmen sparen zwar Kosten, indem sie ihre Büroflächen reduzieren, sind aber nicht auf die Folgen vorbereitet. Hyperaktivität, Stillstand oder die Konzentration auf unbedeutende Themen führen nicht zu einer zielgerichteten und positiven Struktur, die bei dieser radikalen Veränderung der Arbeitsweise Stabilität verleiht.

Die Leadership-Berater Sylvain Newton und Sabine Gromer haben durch diese immersive und interaktive FRED NeXus-Veranstaltung geführt. Sie haben ihre Erkenntnisse aus erster Hand weitergeben und Gelegenheit zum Austausch von Ideen und Impulsen für die Schaffung eines besseren Arbeitsumfelds für die künftige (gemischte) Belegschaft sowie für eine produktivere, besser ausgerichtete, loyalere und engagiertere Mitarbeiterschaft geboten.

Hier kann es nachgesehen werden: